das kind

#1
ich trag ein böses kind in mir
ein kind aus bösem fühlen
das ist oft hungrig und ich spür
es wütend in mir wühlen

und bin ich traurig, nähr ich es
und bin ich mutlos, auch
wann immer du nicht bei mir bist
füll ich ihm seinen bauch

seit jahren gehe ich schon mit ihm schwanger
es wächst, gedeiht, stillt sich an meiner not
ach, hielt ich deine hand und einen hammer
ich schlüge dieses balg beizeiten tot!
Zuletzt geändert von grashüpfer am 11 Sep 2019, 18:03, insgesamt 1-mal geändert.

Re: das kind

#2
Sehr schön, lieber grashüpfer, wie du das Verhältnis zwischen beiden (Mensch und Traurigkeit), gestaltest.

Bezäumen statt bezähmen ist etwas gewagt. In folgenden Versen würde ich die Betonung auf das Verb legen, z. B:.

seit jahren gehe ich schon mit ihm schwanger
es wächst, gedeiht und lebt von meiner not

Sehr gern gelesen
Gruß gummibaum

Re: das kind

#3
danke, lieber gummibaum, für die netten worte und die denkanstöße. ich habe den text nochmal etwas angepasst.

bezäumen meinte ich in bezug auf *etwas im zaum halten*, das war aber tatsächlich ein wenig zu exotisch. jetzt passt es vielleicht besser. das *stillen* in zeile 2 der letzten strophe möchte ich gern beibehalten, weil es gut zu einem kleinen kind passt und die nahrungsaufnahme mehr verdeutlicht als *leben*. deinen vorschlag zur ersten zeile habe ich gern umgesetzt.

liebe grüße
grashüpfer
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