Re: Traumtagebuch

#26
Als Kind bin ich viel schlafgewandelt und meistens habe ich schlecht geträumt. In meiner Jugend hatte ich immer wieder schreckliche Albträume, von denen ich schweißgebadet, verängstigt und weinend aufgewacht bin. Ich konnte dann nicht mehr einschlafen. Ich habe im Traum um Hilfe gerufen, aber es drang kein Ton nach draußen. Mit viel Übung habe ich es tatsächlich geschafft, irgend ein Geräusch von mir zu geben und wenn ich Glück hatte, bemerkte mein Mann das und weckte mich rechtzeitig. Ich träumte mehrmals davon, dass ich zusammengerollt, mit Paketklebeband abgeklebt, im Fußbereich eines Autoscooters lag und die Fahrgäste traten immer wieder auf mich ein. Das als ein Beispiel von vielen...Heute ist es besser, häufig träume ich von Dingen, die ich mir im Realen wünsche.
Schreiben macht schön.

Re: Traumtagebuch

#27
Sehr bedrückende Träume, liebe Letreo, beängstigend und schwer. Da verpufft schnell jegliche Illusion, man wäre als Kind unbeschwert und glücklich gewesen. Besonders die Psyche des Kindes ist ja den beunruhigenden Eindrücken des Lebends auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
Da können einen Träume auch längere Zeit begleiten, aber irgendwann verabschieden sie sich. So zumindestens ist meine bisherige Erfahrung.
Ich habe früher immer wieder von tollwütigen Füchsen geträumt. Das Thema und die Träume haben mich längere Zeit begleitet und als Kind oft nicht einschlafen lassen.
Da erschien mir der nächste Tag genau als der Tag, an dem mir ein Tier begegnen und mich beißen würde. Die Ängste, die dadurch ausgelöst wurden, waren in dem Moment gräßlich und kaum zu stoppen.
Als Jugendliche habe ich dann einen Roman gelesen, der meinen diffusen Ängsten aus der Kindheit, eine konkrete Geschichte gab.
Eine sehr düstere Geschichte eines Mädchens, das eine leichte Form der Tollwut hatte und alle dachten sie wäre besessen. Sie starb dann, wenn ich mich richtig erinnere, wahnsinnig geworden durch die Versuche, ihr die angeblichen Dämonen auszutreiben, einsam in einer Klosterzelle.
Das Eindrücklichste an meiner Leserfahrung war für mich damals auch gewesen, dass ich durch das Erleben in der Geschichte das Gefühl bekam, das Thema für mich abschließen zu können.

Nun noch kurz zu einem frischen Traum. Ich träumte heute Nacht von 5 Tornados, die als graue Rüssel vor dem hellen Horizont zu sehen waren. Ich krabbelt nach einer kurzen Fahrt mit dem Auto, durch eine Art riesige Katzenklappe in ein Haus, um Schutz zu suchen. Angst hatte ich irgendwie keine, vermutlich weil mir im Traum klar war, dass nichts passieren konnte, weil in der Mitte des Hauses ein runder Raum war, der im Gegensatz zu den schlecht verschließbaren Klappen, sicheren Schutz bot.

Re: Traumtagebuch

#28
grashüpfer hat geschrieben:
13 Aug 2019, 22:59
wirr, beängstigend, skuril: traum der letzten nacht.

jemand packt mich am nacken und schüttelt mich wie eine nasse katze. meine chefin schickt mich auf akquise und ich verweigere die arbeit. frau merkel kündigt ihr kommen an, verlangt aber, dass ich alle räume vorher mit zerrupftem klopapier auslege.

deute mir mal jemand diesen traum ...
hi grashüpfer,

deuten kannst Du den im Endeffekt nur selber - andere können Dir Assoziationen und Hilfestellung geben.
Was mir auffällt ist, dass DIE Merkel, die ja für viele Beschimpfungen herhalten muss, weil so viele gekommen sind, in diesem Traum selber diejenige ist, die erwartet wird.
DU hast die Aufgabe, ihr die Räume mit Scheißpapier auszulegen, das in kleine Schnipsel zerrissen ist. Eine wahrlich große und schwierige Arbeit.
Diejenigen, die sich ja aktuell zu Hauf über Merkels große Einladung vor vier Jahren äußerten, sind öfter mal der "braunen" Ecke zuzurechnen. So wie das Scheißpapier ja auch öfter für braune Zwecke herhalten muss.
Merkels Satz damals war ja auch noch: "Wir schaffen das".
Im Traum sollst du die schwierige Aufgabe bewältigen. Schaffst Du das ?

Deiner Chefin verweigerst Du - zumindest im Traume vorher - die Arbeit.

Noch einen Traum vorher wirst Du von einem Wesen, größer als Du , am Nacken gepackt und durchgeschüttelt.

Gibt es aktuell etwas schwer Schaffbares in Deinem Leben oder ein Thema, wo Du etwas tust, was Du eigentlich gar nicht möchtest , sehr gespalten bist darüber ?

Letreo, Deine Träume sind heftig. Dass Du ausgerechnet das Bild des Autoscooters suchtest, damals. Autoscooter werden ja zum Zwecke der Freude und des Sich-Amüsierens herumgefahren. Von vielen Menschen, die Zusammenstösse provozieren. Du liegst am Boden und kannst da nicht nur nicht mitmachen, sondern bist völlig in Deiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Kannst nicht mal schreien.

Ein sehr "heftiges" Bild.

Ich kenne aus manchen Alpträumen, dass ich mich selber wachgeschriien habe - wurde also von meiner eigenen Stimme wach, die durch den Raum hallte. Gruslig.
Als junge Frau hatte ich enorm viele Verfolgungsträume - ich bin oft getötet worden im Traum. Das hat - den Göttern Dank - aufgehört.

Heute nacht träumte ich von zwei Frauen, die früher bedeutsam für mich gewesen sind. Eine hat vor einer Kneipe auf mich gewartet und hat völlig heruntergekommen und abgewrackt ausgesehen. Ich war gegenüber vor einem andren Haus. So haben wir uns verfehlt, lange Zeit. Bis ich sie dann gesehen habe. Dann bin ich wach geworden.
Im richtigen Leben würde ich keinen Kontakt mehr mit ihr aufnehmen - dass sie heute Nacht im Traum erschienen ist, weist mich darauf hin, dass da wohl noch etwas "Altes" nicht abgeschlossen ist.
Ebenso, wie eine frühere Chefin mir heute im Traum über einen Marktplatz hinweg zurief, dass mir die Legitimation zu einer bestimmten Tätigkeit aberkannt sei. Sie habe sich erkundigt. Da sie eine sehr kontrollierende Chefin gewesen ist, ist klar, dass sie in meiner Vergangenheit herumschnüffelt. Ich arbeite ja aktuell "unter" meiner Kompetenz und daran knabbere ich manchmal schon noch im Innersten. Das hat mir die Chefin vllt. sagen wollen...und dass ich froh sein soll, ihr entkommen zu sein. (Sie hat diese Kompetenz und arbeitet ihrem "Rang" angemessen, ist jedoch für mein Empfinden eher ein funktionierendes Rädchen )

Serpentina, Dein Traum von den fünf Tornados mit dem schönen stillen Raum in der Mitte, finde ich wundervoll. Weist er doch auf einen zentralen Ort in unserem Inneren, von dem aus dann die Türen in die Welt hinausführen -- durch jede Katzenklappe ein anderer Aspekt unserer Persönlichkeit, so fabuliere ich gerade eben.

lG Lentas
Aus Wolkenschleiern sinken Flocken nieder und dennoch schlägt in meinem Garten leise die Nachtigall (Otomo No Yakanochi)

Die Sterne lauter ganze Noten. Der Himmel die Partitur. Der Mensch das Instrument.
(Christian Morgenstern)

Re: Traumtagebuch

#29
liebe lentas,

zuerst einmal freue ich mich sehr, dass du wieder da bist. :) ich hätte es sehr schade gefunden, wenn du dauerhaft weggeblieben wärst.

zu deiner traumanalyse kann ich nur sagen: wow! vielen dank dafür. es gibt in meinem leben tatsächlich gerade ein thema, wo all das zutrifft, was du aufgeführt hast.

lg
grashüpfer

Re: Traumtagebuch

#30
danke für Deine freundlichen Worte lieber Grashüpfer

lG Lentas
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Re: Traumtagebuch

#31
Hallo Lentas,

an den inneren stillen Raum dachte ich auch.
Den  Raum der friedlichen Stille kenne ich aus der Meditation oder besonderen Momenten der Verbundenheit und so kann ich deiner Deutung mit den angeordnete Raum innen und den Katzenklappe, die in meinem Traum sternförmig nach aussen führten, etwas anfangen.
Allerdings war der Raum in dem Fall zwar sicher, aber nicht sonderlich schön. Er hatte den Charme einer unaufgeräumten  Kantinenküche aus Edelstahl. 8-)


LG,
Serpentina

Re: Traumtagebuch

#34
grashüpfer hat geschrieben:
16 Jul 2019, 15:39
Oder einen Satz mit Aufforderungscharakter .
und machst du dann im traum das, zu was der satz dich aufgefordert hat?
Ich lasse mir von Träumen durchaus den Weg zeigen, immer wieder mal.

So oft, wie angedacht, kam das ja nicht vor.
Aber einmal in einem sehr denkwürdigen Traum vor dreißig Jahren etwa.
In Lentas (daher mein Nickname).
Da träumte ich ein unbewegtes Bild mit einem Gedicht in gälisch darunter.
Und ich konnte es übersetzen und es wies mich ganz klar an, eine bestimmte Handlung zu verstärken.
Diese Schwäche, die in dem Traum "aufgegriffen" worden ist,
ist nach wie vor da. Wenn auch schon leichter geworden.

Gut, dass Du nachgefragt hast -
so darf ich mal wieder an ihr schnitzen.

lG Lentas
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Re: Traumtagebuch

#35
Danke WuI für Deinen Hinweis auf Freud .

Ich kann mit festen Traumsymbolen nicht so viel anfangen.

Da jeder Mensch einzigartig ist, haben auch Bilder individuelle Bedeutungen -
so ist meine Erfahrung jedenfalls.
Für einen Menschen bspw. in dessen Lebensrealität Schlangen tatsächlich vorkommen und eine Bedrohung für Leib und Leben darstellen,
wird das Traumbild "Schlange" ganz andere Bedeutungen haben (können),
als für jemanden, in deren Umwelt keine gefährlichen Schlangen existieren.

Ich habe gute Erfahrungen mit dem Buch "Dein Körper, Dein Traumdeuter" von Eugene Gendlin gemacht.
https://www.amazon.de/Dein-K%C3%B6rper- ... 3608890831

lG Lentas
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