Erster Kontakt

#1
Erster Kontakt
oder ein Drama in unterschiedlichen Dimensionen

An einem unscheinbaren Tag,
die Erde flog auf ihrer Bahn,
wie immer schon seit vielen Jahren,
da schwebte aus der Umlaufbahn
ein Ufo aus der magellan-
schen Wolke, setzte instantan,
zur allerersten Landung an.

Und als die Landung dann gelang,
erklang eine fröhlicher Gesang.
Der handelte 10 Strophen lang
von unerschrocknem Tatendrang,
und alle meldeten sich dann
zum ersten Untersuchungsgang.

Das Weitere ist schnell erzählt.
Als Platz der Landung ward erwählt
und anvisiert ein heller See,
fürs Landen gut und weiß wie Schnee.

Das war, so wies der Zufall will,
die Müslischale von Herrn Zwill,
der schon sehr lange Piepser sandte
ins All, zu sehen ob's verwandte
Intelligenzen gäb die's orten
und dann durch ihre Raumzeitpforten
sich zeigen, echt oder mit Worten.

Doch leider lief es sehr vertrackt,
denn er hat - ohne es zu wissen,
das Ufo in den Mund geschmissen
und dann bei seinem Erstkontakt
mit malmendem Gebiss geknackt.

*
Zuletzt geändert von Serpentina am 04 Jun 2019, 11:04, insgesamt 1-mal geändert.

Stichwortübersicht:

Re: Erster Kontakt

#2
Liebe Serpentina,

die Riesenhaftigkeit eines außermagellanschen Gebisses besiegelte das Schicksal der weitgereisten Astronauten. Amüsante und ideenreiche science fiction Handlung und ein schönes Spiel mit den Reimen.

Mit Freude gelesen.
LG gummibaum

Re: Erster Kontakt

#5
ach serpentina, was hast du da angerichtet! ich werde nie wieder unbeschwert mein müsli genießen können ... ;)

witzige und oft originell gereimte geschichte, die ich erheitert und schmunzelnd gelesen habe, danke schön. :)

liebe grüße
grashüpfer

Re: Erster Kontakt

#6
Lieber Grashüpfer,

vielen Dank für deinen Besuch. Es ist mir eine Freude.
Ja und es ist auch mir kaum noch möglich, unbekümmert mein Müsli zu essen. Vor allem auch deshalb, weil ich mich zu fragen beginne, ob ich nicht gerade selbst in einer Müslischale schwimme. 😯

Liebe Grüsse,
Serpentina

Re: Erster Kontakt

#9
Serpentina hat geschrieben:
23 Apr 2019, 07:24
An einem unscheinbaren Tag,
die Erde flog auf ihrer Bahn,
wie immer schon seit vielen Jahren,
da schwebte aus der Umlaufbahn
ein Ufo aus der magellan-
schen Wolke, setzte instantan,
zur allerersten Landung an.

(Umlauf)bahn auf Bahn klingt unschön. Außerdem müsste das Ufo sich erst einmal in eine Umlaufbahn befinden, um aus ihr schweben zu können. Welche könnte das sein?

da flog heran ein runder Kahn
aus fein geschmirgeltem Titan
von einer Insel, die spontan
benannt wurde nach Magellan,
und setzte flugs zur Landung an.

Das ›a‹ in ›an‹ wird nicht lang ausgesprochen. Vielleicht ›Ahn‹ im Zusammenhang mit unserem menschlichen Vorfahren ›Magellan‹. Allerdings stört es mich nicht, dass das ›an‹ in Bezug auf die Betonung aus dem Rahmen fällt. (Ich weiß [noch] nicht, ob das ›a‹ in ›Magellan‹ kurz ausgesprochen wird.)

Serpentina hat geschrieben:
23 Apr 2019, 07:24
Und als die Landung dann gelang,
erklang eine fröhlicher Gesang.
Der handelte 10 Strophen lang

Zahlen bis Zwölf werden im Fließtext üblicherweise ausgeschrieben. Das war zumindest früher so. Nur zur Info, kein Änderungsvorschlag. Ich mache das abhängig von der Länge der ausgeschriebenen Zahlwörter. Wenn allerdings die Zahlen 100 und 101 im selben Abschnitt/Satz vorkommen, schriebe ich die Zahl 100 nicht aus, obwohl ›hundert‹ kurz ist.

Serpentina hat geschrieben:
23 Apr 2019, 07:24
sich zeigen, echt oder mit Worten.

Tja, ›echt‹, vielleicht ›greifbar‹?

Serpentina hat geschrieben:
23 Apr 2019, 07:24
ins All, zu sehen obs verwandte
Intelligenzen gäb die's orten

Ob’s, aber ins (glaub ich).

Insgesamt gefällt mir das Gedicht. Und es berührt ein Thema, für das ich mich schon seit über zwanzig Jahren interessiere. Du lieferst eine Erklärung für das Fermi-Paradoxon. Sie ist sogar nicht völlig unplausibel.

Re: Erster Kontakt

#10
Hallo Plutino,


vielen Dank für deine Hinweise. Das Paradoxon kannte ich noch nicht. Vielleicht sollte mal jemand die Müslischalen der Mitarbeiter des SETI- Projekts unter dem Elekrtonenmikoskop genauer anschauen.

Die Wiederholung von "Bahn" ist wirklich nicht optimal. Deine Version ist gelungen und sie ist ein schönes Beispiel, dass man das Gedicht noch einmal ganz anders angehen kann.
Ich möchte es allerdings, bis auf eine Winzigkeit, in der ersten Gussform lassen.

Unabhängig davon, dass ein kurzes "a" in "magellanschen" kein Problem ist und eine Umbetonung eher ein schalkhaftes Zwinkern wäre, konnte ich leider nichts über die Betonung herausfinden. Hattest du mehr Erfolg?

LG,
Serpentina

Re: Erster Kontakt

#11
Serpentina hat geschrieben:
04 Jun 2019, 11:01
Hattest du mehr Erfolg?
Im Wikipedia-Artikel über Ferdinand Magellan steht:

Ferdinand Magellan, portugiesisch Fernão de Magalhães, Aussprache: [fɨr'nãu̯ dɨ mɐɣɐ'ʎãi̯ʃ]

Das Zeichen ›'‹ ist ein IPA-Zeichen, das für die Betonung der nachfolgenden Silbe steht. Aber Magellan ist ja eingedeutscht. Allerdings werden die ersten beiden Silben nicht betont und Magellan hat nur drei Silben. Ich schließe also darauf, dass die letzte Silbe betont wird.

Edit: Aber Betonung und Länge sind nicht dasselbe. Ich muss mich mal etwas näher mit dem phonetischen Alphabet befassen. Meine Schlussfolgerung ist auch nicht logisch. D. h. ich hatte es mir etwas zu einfach gemacht.

Edit 2: Siehe Wiktionary/Magellan-Straße

Das Wiktionary listet drei mögliche Aussprachen auf:

maɡɛˈlaːn
maɡɛlˈjaːn
maɡɛljaːn

Das IPA-Zeichen ​ː (vergrößert) bedeutet, dass die Silbe (oder der Vokal) vor diesem Zeichen lang ausgesprochen wird.

Siehe auch duden.de/rechtschreibung/Magellanstraße

Da kann man sich das Wort auch vorlesen lassen (Lautsprechersymbol).

Re: Erster Kontakt

#13
›Ahn‹ ließe sich dem Gedicht sogar sinnvoll zuführen. Es gibt ja die Hypothese von der Panspermie. Sie besagt, dass Kometen o. ä. die Erde mit einfachen Lebensformen befruchtet haben. Ich halte die Hypothese zwar für abwegig, weil die irdischen Bedingungen für die Entwicklung von Leben meiner Einschätzung nach deutlich günstiger sind als die Bedingungen in interstellaren Staubwolken, aber auf jeden Fall enthalten Kometen organische Moleküle. Wasser kann über die allgemein bekannten Aggregatzustände hinaus noch andere Zustände annehmen. Es gibt meines Wissens z. B. zähflüssiges Wassereis im interstellaren Raum, in dem andere chemische Reaktionen möglich sind als in dem Eis, welches wir z. B. von der Erdoberfläche kennen. Auch wenn mir die Mystifizierung von Wasser durch Esoteriker zuwider ist, so ist Wasser doch ein hochinteressantes Molekül. An Genaueres erinnere ich mich gerade nicht. Ich hatte mal einen Artikel in Sterne und Weltraum oder einer des Sonderausgaben von Spektrum der Wissenschaft über die Zustände gelesen, die Wasser unter Extrembedingungen einnehmen kann.

Um also auf ›Ahn‹ zurückzukommen: An Bord des Ufos befindet sich urzeitlicher extraterrestrischer Samen. Der würde sogar zum Müsli passen. Und dieser Samen wäre dann unser Ahn. Er kommt einfach 4,5 Milliarden Jahre später als seine Samen-Kollegen hier an. ;)

Re: Erster Kontakt

#14
Panspermie klingt ja krass. Die Evolution ausgelöst durch einen extraterrestrischen Lebenskeim. Das verschiebt allerdings die Ratlosigkeit in Bezug auf die Entstehung des Lebens nur woanders hin.
Dass es überhaupt eine derartige Vielfalt an Ideen, Anpassung, Wirkungen und Gesetzmässigkeiten gibt, bleibt ja weiterhin verwunderlich, wo auch immer das Leben zuerst entstanden ist.

Was die magellahnschen Besucher betrifft, die als unsere Vorfahren gelten könnten, beinhaltet das in dem Licht betrachtet ein ordentliches Maß an Tragik. Als Ahnenforscher ruft Herr Zwill seine Urahnen, um sie aus Versehen aufzufuttern.
Nur wer war zuerst da? Die Rufer oder die Gerufenen? Vielleicht hängen sie auch in einem Lem'schen Zeitloopknoten fest und der letzte Gedanke der Mannschaft war:
"Oh nein, nicht schon wieder"

Re: Erster Kontakt

#15
Serpentina hat geschrieben:
05 Jun 2019, 15:02
Panspermie klingt ja krass. Die Evolution ausgelöst durch einen extraterrestrischen Lebenskeim. Das verschiebt allerdings die Ratlosigkeit in Bezug auf die Entstehung des Lebens nur woanders hin.
Ja. Dass die organischen Moleküle, die zusammen mit Kometen/Asteroiden zur Erde gelangt sind, nachdem sich ihre Oberfläche etwas abgekühlt hat, von Bedeutung für die Entwicklung des Lebens waren, ist aber nicht unwahrscheinlich, soweit ich weiß. In interstellaren Wolken können schon recht komplexe Moleküle nachgewiesen werden.

Den Wikipedia-Artikel über Astrochemie habe ich gerade nur überflogen, aber ich verlinke ihn trotzdem mal.

Aber ich gehe davon aus, dass das Leben letztlich hier auf der Erde entstanden ist. Übrigens sind die Schwarzen Raucher wohl in Bezug auf die Suche nach dem irdischen Ursprungsort des Lebens wieder aus dem Spiel. Die waren mal ein ganz heißer Kandidat. Vielleicht sind sie es aber immer noch. Bin nicht auf dem neusten Stand. Die Chemiker wünschen sich aber etwas UV-Strahlung, hatte ich gehört. Und die gibt es nun mal nicht am Meeresboden. Vermutlich sind die ersten Schritte zum Leben auch vielfach unternommen worden. D. h. man darf sich das, glaube ich, nicht so vorstellen, dass die Schwelle zum Leben nur ein einziges Mal überschritten wurde und das Produkt dann die Basis für die Weiterentwicklung war.

Prinzipiell käme auch der Mars in Betracht. Aber warum auf den Mars schauen, wenn das Gute so nahe liegt. Jedenfalls werden aus Planeten beim Einschlag von Asteroiden Gesteinsbrocken ins All geschleudert, die dann andere Planeten erreichen können. Aber man muss sich klar darüber sein, dass Leben normalerweise eine ganz bestimmte ökologische Nische braucht. Und dass Leben vom Mars auf der Erde eine vergleichbare Nische findet, scheint mir unwahrscheinlich zu sein. Aber ich weiß es nicht. Ist eher mein Bauchgefühl.

Ziemlich komplexes Thema.

Re: Erster Kontakt

#16
Vermutlich sind die ersten Schritte zum Leben auch vielfach unternommen worden. D. h. man darf sich das, glaube ich, nicht so vorstellen, dass die Schwelle zum Leben nur ein einziges Mal überschritten wurde und das Produkt dann die Basis für die Weiterentwicklung war.


Ja und das könnte ich mir so auch auch gar nicht vorstellen.
Für mich ist Leben nicht zufällig entstanden, sondern es wohnt der kosmischen Evolution inne.

Oder anders:

Leben, in welcher Form auch immer ist eine notwendige Geste des Universums. Damit meine ich nicht das physikalischen Kosmos, sonder "das", was die Notwendigkeit von allem enthält, was existiert.
Und ja, das ist sehr sehr komplex.

Re: Erster Kontakt

#18
Dann versuche ich anders und beginne mit einem Zitat von Jodie Foster aus "Contact" :

Wenn wir die Einzigen im Universum wären, wäre das eine ziemliche Platzverschwendung.

Wenn ich als das selbstbewusst gewordene Universum (also von hinten durchs Auge) auf das Thema Leben schaue, dann wäre es nicht nur Platzverschwendung, sondern auch undenkbar, dass ein Geschehen wie das Leben, nicht gleichzeitig auch woanders die notwendigen Bedingungen für Entwicklung von Möglichkeiten findet.

Re: Erster Kontakt

#19
Ach so. Als ich Folgendes schrieb:

Vermutlich sind die ersten Schritte zum Leben auch vielfach unternommen worden. D. h. man darf sich das, glaube ich, nicht so vorstellen, dass die Schwelle zum Leben nur ein einziges Mal überschritten wurde und das Produkt dann die Basis für die Weiterentwicklung war.

meinte ich irdisches Leben.

Ich habe schon mit vielen Menschen über die Frage, ob sie an die Existenz außerirdischen Lebens glauben, diskutiert. Fast alle haben mit der großen Anzahl der Sterne im Universum argumentiert, also dem ›Platz‹. Und das war im Wesentlichen ihr einziges Argument.

Ich frage mich immer, woran es liegt, dass Menschen es für undenkbar halten, dass das irdische Leben das einzige Leben ist. Ich vermute zwar, dass es primitives außerirdisches Leben gibt, aber über komplexes außerirdisches Leben lässt sich gar nichts sagen. Hoch entwickelte, vielzellige Tiere wie Säugetiere spielen nicht in derselben Liga wie Einzeller. Die Erde ist ein besonderer Ort. Die Erde befindet sich z. B. nicht nur in der solaren habitablen Zone, sondern auch in der galaktischen habitablen Zone. Das ist die Zone, in der Sterne sich mit derselben Geschwindigkeit wie die Spiralarme der Milchstraße bewegen. Sie werden dort weder von Spiralarmen überholt, noch überholen sie die Spiralarme. Das Sonnensystem befindet sich außerdem zwischen zwei Spiralarmen. Es kam nie in die Nähe einer Supernova, die das irdische Leben hätte gefährden können. Sie ist ein Stern der Größenklasse G – weder so massereich, dass sie nur eine kurze Lebensdauer hat, noch so massearm, dass sich die habitable Zone in zu großer Nähe zu ihr befindet und die Rotation eines in dieser habitablen Zone gelegenen Planeten an seine Umlaufzeit bindet. Sie ist ein Einzelstern. Die meisten Sterne befinden sich in Mehrfachsystemen (Doppelsterne, Dreifachsterne u. s. w.). Es gibt etliche Gründe, die die Erde zu einem besonderen Ort machen. Alleine der Umstand, dass sie einen im Verhältnis zu ihrer eigenen Größe sehr großen Mond hat, ist schon bemerkenswert. Die Entstehungsgeschichte des Mondes mutet geradezu unwahrscheinlich an. Die Milchstraße ist eine Spiralgalaxie. Es gibt aber z. B. auch elliptische und irreguläre Galaxien. In elliptischen Galaxien bewegen sich Sterne nahezu erratisch. U. s. w.

Contact ist aber ein schöner Film. Allerdings eher Fiction als Science. Es gibt meines Wissens keine Scinece-Fiction-Filme, die die Frage, ob intelligentes außerirdisches Leben existiert, kritisch beleuchten.

Re: Erster Kontakt

#20
Ja, Contact ist ein toller Film. Mir gefällt besonders die Idee der unterschiedlich verlaufenden Zeiten.
Für die Beobachter fällt die Kapsel einfach runter und innerhalb der Kapsel existiert eine andere Raumzeitdimension.
Natürlich ist das Zitat kein Argument. Es diente nur als Einführung und sollte auch andeuten, dass die unglaubliche Grösse und Anzahl von Galaxien, Sternen und der enorme Zeiträumen die Wahscheinlichkeit zulässt, dass auch anderswo höheres Leben entsteht oder entstanden ist.
Vielleicht vor, während oder längst nach uns.

Ich habe schon mit vielen Menschen über die Frage, ob sie an die Existenz außerirdischen Lebens glauben, diskutiert. Fast alle haben mit der großen Anzahl der Sterne im Universum argumentiert, also dem ›Platz‹. Und das war im Wesentlichen ihr einziges Argument.


Es genügt ja, dass es ein Argument ist. Quantität spielt da ja keine Rolle.
Mit Wahrscheinlichkeitsrechnung kenne ich mich nicht aus, ich kann also dazu keine kritische Ansicht bilden, ich habe aber gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit für höheres ausserirdisches Leben recht hoch sein soll.

Ich frage mich immer, woran es liegt, dass Menschen es für undenkbar halten, dass das irdische Leben das einzige Leben ist.

Welche Menschen meinst du? Es ist ja gar nicht so lange her, in kosmischen Dimensionen nicht mal ein Wimpernschlag, dass entweder gar keine Vorstellung oder eben ein geozentrisches Weltbild existierte.

Ich vermute zwar, dass es primitives außerirdisches Leben gibt, aber über komplexes außerirdisches Leben lässt sich gar nichts sagen.


Stimmt, ohne Relevanz für den Alltag lässt sich darüber nur spekulieren.
Es gibt etliche Gründe, die die Erde zu einem besonderen Ort machen.


Unbedingt.

Es gibt meines Wissens keine Science-Fiction-Filme, die die Frage, ob intelligentes außerirdisches Leben existiert, kritisch beleuchten.
Hm. Ich überlege gerade, ob die Möglichkeit überhaupt Sinn ergeben würde, in einem Science Fiction dieses Thema kritisch zu beleuchten. Wie könnte eine solche Scenerie aussehen?

Re: Erster Kontakt

#21
Serpentina hat geschrieben:
13 Jun 2019, 14:11
Natürlich ist das Zitat kein Argument. Es diente nur als Einführung und sollte auch andeuten, dass die unglaubliche Grösse und Anzahl von Galaxien, Sternen und der enorme Zeiträumen die Wahscheinlichkeit zulässt, dass auch anderswo höheres Leben entsteht oder entstanden ist.
Vielleicht vor, während oder längst nach uns.

Die Anzahl der Sterne ist gigantisch und muss mit in eine Wahrscheinlichkeitsrechnung einfließen. Aber darüber, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit hoch entwickelte Lebewesen entstehen, lässt sich nur spekulieren. Dass wir Menschen uns entwickelt haben, haben wir möglicherweise der Plattentektonik zu verdanken, einem stochastischen Prozess. D. h. hätten sich die klimatischen Bedingungen in Afrika nicht verändert, weil sich der Himalaya aufgeschoben hat, gäbe es uns möglichersweise nicht. Die lebensnotwendigen Bedingungen lassen sich nicht alle hinreichend genau angeben. Wie hoch wäre z. B. die Wahrscheinlichkeit, dass sich heute Leben auf der Erde aus unbelebter Materie entwickelt? Die Frage ist rhetorisch. Es gibt darauf noch keine seriöse Antwort, denke ich. Die heutige Erde ist nicht mehr dieselbe wie die vor vier Milliarden Jahren. Die Sonne ist heißer geworden. Und Sauerstoff ist ein Zellgift, ein sehr reaktionsfreudiges Gas, mit dem das Leben sich beinahe selbst sein Grab geschaufelt hätte. Für eine zweite Evolution bliebe möglicherweise nicht genügend Zeit, weil die Sonne schon in etwa 1,8 Milliarden Jahren zu aggressiv sein wird. Das einzige Leben, das wir kennen, ist das irdische. In Bezug auf die Zeiträume: Neben der solaren und neben der galaktischen habitablen Zone, gibt es eine zeitliche Einschränkung, die als kosmisches habitables Alter bezeichnet wird. Eigentlich ist das ein Zeitfenster, in dem im Universum Leben entstehen kann. Wie lange dieses Zeitfenster offen steht, lässt sich nur sehr ungenau abschätzen. Aber es hat nach dem Urknall viele Milliarden Jahre gedauert, bis das Universum mit lebensnotwendigen Elementen wie Kohlenstoff und Sauerstoff angereichert war. Und in dem Zusammenhang sei erwähnt, dass sich Leben auf der Basis von Silizium nicht entwickeln kann. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass Kohlenstoff absolut lebensnotwendig ist.

Serpentina hat geschrieben:
13 Jun 2019, 14:11
Mit Wahrscheinlichkeitsrechnung kenne ich mich nicht aus, ich kann also dazu keine kritische Ansicht bilden, ich habe aber gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit für höheres ausserirdisches Leben recht hoch sein soll.

Die einzige mir bekannte Formel, mit deren Hilfe die Wahrscheinlichkleit für außerirdisches Leben, genauer gesagt: außerirdische Zivilisationen bestimmt werden soll, ist die Greenbank-Formel. Die besteht nur aus Faktoren. Über die Größe vieler der Faktoren kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur spekulieren. Bei der Rechnung kann eine oder eine Million Zivilisationen pro Galaxie herauskommen, je nachdem wie skeptisch derjenige ist, der Annahmen über die Größe der Faktoren macht.

Serpentina hat geschrieben:
13 Jun 2019, 14:11
Welche Menschen meinst du? Es ist ja gar nicht so lange her, in kosmischen Dimensionen nicht mal ein Wimpernschlag, dass entweder gar keine Vorstellung oder eben ein geozentrisches Weltbild existierte.

Ganz normale Menschen. Menschen, die nicht tief in dem Thema drin stecken. Das besagt aber nichts, weil auch die Mehrheit der Astrophysiker meiner Einschätzung nach in Bezug auf außerirdisches Leben gerne spekuliert. Die Menschen, die die Greenbank-Formel aufgestellt haben, waren hochkarätige Wissenschaftler. Sie hatten sich in einer Zeit zusammengesetzt, um über die Frage zu diskutieren, als die Menschheit akut von einem mit Kernwaffen geführten Krieg bedroht war. Das Thema berührt viele naturwissenschaftliche Bereiche. Es muss interdisziplinär diskutiert werden. Aber was auch immer bei solchen Diskussionen herauskommt: Solange es nicht möglich ist, Leben unter Laborbedingungen zu erzeugen, oder kein außerirdisches Leben entdeckt wurde, gehen solche Diskussionen nicht sehr weit über Spekulation hinaus. Das gilt insbesondere für Berechnungen der Wahrscheinlichkeit außerirdischer Intelligenzen.

Dass du das geozentrische Weltbild erwähnt hast, ist ein wichtiger Punkt. Es stimmt ja, dass wir immer auf die Nase gefallen sind, wenn wir glaubten, etwas ganz Besonderes zu sein. Ich selbst bin in Bezug auf mein Menschsein narzisstisch nicht kränkbar. Ich brauche weder Gott noch irgend welche Ersatzgötter w. z. B eine uns Menschen überlegenen außerirdische Spezies. Andererseits würde mir so eine Spezies auch keine Angst machen, weil die Entfernungen zwischen Sternen extrem groß sind. Insgesamt wäre mir die Existenz einer außerirdischen Spezies lieber als das menschliche Alleinsein im Universum, zumal ich davon ausgehe, dass die Menschheit beste Chancen hat, sich selbst zu vernichten oder durch eine kosmische Katastrophe vernichtet zu werden. Ein unbelebtes Universum wäre tatsächlich Platzverschwendung.

Serpentina hat geschrieben:
13 Jun 2019, 14:11
Hm. Ich überlege gerade, ob die Möglichkeit überhaupt Sinn ergeben würde, in einem Science Fiction dieses Thema kritisch zu beleuchten. Wie könnte eine solche Scenerie aussehen?

Sie wäre keinesfalls Mainstream, denn die Geschichte würde zu viele Zuschauer enttäuschen. Der Film würde halt mit der Erkenntnis enden, ›nichts Genaues nicht zu wissen‹. Es wäre ein Film über die Grenzen der Erkenntnis, der den Zuschauer auf sich selbst zurückführen würde – auf sein Menschsein, seine Ängste vor der Leere und dem Alleinsein, seine Wunschvorstellungen, seine Sehnsucht nach Göttlichem, nach einem von einem Schöpfer gegebenen Sinn u. s. w.

Der Film Stalker von Andrej Tarkowski geht in die Richtung. Er lässt den Zuschauer weitgehend im Ungewissen, ob das Mysterium, um das es in dem Film geht, nicht nur eine Wunschvorstellung ist. Mit dem Buch (Picknick am Wegesrand, Arkadi und Boris Strugatzki), das als Vorlage für das Drehbuch gedient hat, verhält es sich schon etwas anders. Es ist lesenswert, lässt den Zuschauer aber über die Wirklichkeit einer übermenschlichen Macht weniger im Unklaren. Buch und Film ergänzen sich gut. Der Film ist aber meiner Meinung nach ausnahmsweise besser.

Übrigens werden in dem Buch auch ein oder zwei Gedichte von Arseni Tarkowski, dem Vater von Andrej Tarkowski, zitiert.

Re: Erster Kontakt

#22
Die Anzahl der Sterne ist gigantisch und muss mit in eine Wahrscheinlichkeitsrechnung einfließen. Aber darüber, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit hoch entwickelte Lebewesen entstehen, lässt sich nur spekulieren.

Ja, sicher. Es sind begründete Spekulationen, die in gewisser Weise plausibel sind, ohne etwas zu beweisen.

Dass wir Menschen uns entwickelt haben, haben wir möglicherweise der Plattentektonik zu verdanken, einem stochastischen Prozess. D. h. hätten sich die klimatischen Bedingungen in Afrika nicht verändert, weil sich der Himalaya aufgeschoben hat, gäbe es uns möglichersweise nicht.

Hm. Das sind halt Überlegungen, die ich so nicht teile. Ein menschliches Bewusstsein oder eine Person z.B. setzt sich aus verschiedenen Bedingungen zusammen. Wenn ich nun hingehe und zusammenzähle, was alles nötig wäre, dass ausgerechnet meine Eltern sich gefunden haben, die sich für 4 Kinder entschieden haben usw.....so das ich entstanden und was hätte alles schief gehen können, dann sieht das nach einem unglaublicher Zufall aus.
Für mich wird andersherum ein Schuh daraus. Wenn die Bedingungen erfüllt sind, entsteht ein Person, die einen Namen bekommt und ihre Geschichte erlebt.

Eigentlich ist das ein Zeitfenster, in dem im Universum Leben entstehen kann. Wie lange dieses Zeitfenster offen steht, lässt sich nur sehr ungenau abschätzen. Aber es hat nach dem Urknall viele Milliarden Jahre gedauert, bis das Universum mit lebensnotwendigen Elementen wie Kohlenstoff und Sauerstoff angereichert war. Und in dem Zusammenhang sei erwähnt, dass sich Leben auf der Basis von Silizium nicht entwickeln kann. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass Kohlenstoff absolut lebensnotwendig ist.


Möglicherweise. Ich ordne das ebenso als notwendigen Schritt in der kosmischen Evolution ein und dieser Evolution ist die Entwicklung von Leben wie es existiert, inhärent gewesen. Möglicherweise ist das dir zu ungenau.



Die einzige mir bekannte Formel, mit deren Hilfe die Wahrscheinlichkleit für außerirdisches Leben, genauer gesagt: außerirdische Zivilisationen bestimmt werden soll, ist die Greenbank-Formel. Die besteht nur aus Faktoren. Über die Größe vieler der Faktoren kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur spekulieren. Bei der Rechnung kann eine oder eine Million Zivilisationen pro Galaxie herauskommen, je nachdem wie skeptisch derjenige ist, der Annahmen über die Größe der Faktoren macht.

O.k. Ich vermute, auch wenn du sehr skeptisch bist, bleibt am Ende eine plausible Wahrscheinlichkeit für ausserirdisches Leben übrig?



Ganz normale Menschen. Menschen, die nicht tief in dem Thema drin stecken. Das besagt aber nichts, weil auch die Mehrheit der Astrophysiker meiner Einschätzung nach in Bezug auf außerirdisches Leben gerne spekuliert.


Jep.

Die Menschen, die die Greenbank-Formel aufgestellt haben, waren hochkarätige Wissenschaftler. Sie hatten sich in einer Zeit zusammengesetzt, um über die Frage zu diskutieren, als die Menschheit akut von einem mit Kernwaffen geführten Krieg bedroht war.

Sicherlich haben akute Bedrohungen auch Einfluss darauf, welche Themen in den Vordergrund geraten können, aber die Frage, ob außer uns noch andere intelligente Lebewesen existieren, ist sicherlich auch eine existentielle Frage, die mit dem Bewusstsein für die Größe des Weltraums auftaucht.

Solange es nicht möglich ist, Leben unter Laborbedingungen zu erzeugen, oder kein außerirdisches Leben entdeckt wurde, gehen solche Diskussionen nicht sehr weit über Spekulation hinaus. Das gilt insbesondere für Berechnungen der Wahrscheinlichkeit außerirdischer Intelligenzen.

Das sehe ich auch so. Dennoch würde es mich eher wundern, wenn wir alleine wären.

Dass du das geozentrische Weltbild erwähnt hast, ist ein wichtiger Punkt. Es stimmt ja, dass wir immer auf die Nase gefallen sind, wenn wir glaubten, etwas ganz Besonderes zu sein. Ich selbst bin in Bezug auf mein Menschsein narzisstisch nicht kränkbar. Ich brauche weder Gott noch irgend welche Ersatzgötter w. z. B eine uns Menschen überlegenen außerirdische Spezies. Andererseits würde mir so eine Spezies auch keine Angst machen, weil die Entfernungen zwischen Sternen extrem groß sind. Insgesamt wäre mir die Existenz einer außerirdischen Spezies lieber als das menschliche Alleinsein im Universum, zumal ich davon ausgehe, dass die Menschheit beste Chancen hat, sich selbst zu vernichten oder durch eine kosmische Katastrophe vernichtet zu werden. Ein unbelebtes Universum wäre tatsächlich Platzverschwendung.

Ich würde das gar nicht an einem psychologischen Wunschdenken oder Narzissmus festmachen. Als die Erde noch als Mittelpunkt gesehen wurde, galt die kopernikanische Wendung als narzisstische Kränkung. Und nun soll es als Kränkung gelten, nachdem wir die Möglichkeit zugelassen haben, dass auch andere neben uns existieren, ohne dafür auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden, gekränkt zu sein, wenn wir doch alleine sind?
Stell dir mal vor, das Universum wäre, ab dem Zeitpunkt, an dem unsere Sonne die Erden geschluckt hat, bis in alle Ewigkeit unbelebt. Wie soll das gehen? Wie soll etwas, was unendlich leblos ist, jemals Leben entwickelt haben?

Abgesehen davon, denke ich, dass Gefühle der Einsamkeit/ Gemeinschaft, der Leere/Fülle für zum Menschen dazu, egal ob wir alleine im Universum sind oder in den anderen Galaxien buntes Treiben herrscht.


Sie wäre keinesfalls Mainstream, denn die Geschichte würde zu viele Zuschauer enttäuschen. Der Film würde halt mit der Erkenntnis enden, ›nichts Genaues nicht zu wissen‹. Es wäre ein Film über die Grenzen der Erkenntnis, der den Zuschauer auf sich selbst zurückführen würde – auf sein Menschsein, seine Ängste vor der Leere und dem Alleinsein, seine Wunschvorstellungen, seine Sehnsucht nach Göttlichem, nach einem von einem Schöpfer gegebenen Sinn u. s. w.


Auf jeden Fall ist das ein lohnenswertes Thema!

Der Film Stalker von Andrej Tarkowski geht in die Richtung. Er lässt den Zuschauer weitgehend im Ungewissen, ob das Mysterium, um das es in dem Film geht, nicht nur eine Wunschvorstellung ist. Mit dem Buch (Picknick am Wegesrand, Arkadi und Boris Strugatzki), das als Vorlage für das Drehbuch gedient hat, verhält es sich schon etwas anders. Es ist lesenswert, lässt den Zuschauer aber über die Wirklichkeit einer übermenschlichen Macht weniger im Unklaren. Buch und Film ergänzen sich gut. Der Film ist aber meiner Meinung nach ausnahmsweise besser.

Übrigens werden in dem Buch auch ein oder zwei Gedichte von Arseni Tarkowski, dem Vater von Andrej Tarkowski, zitiert.


Klingt sehenswert. Ich stecke mir mal ein Erinnerungsfähnchen.

Re: Erster Kontakt

#23
Serpentina hat geschrieben:
14 Jun 2019, 16:33
Ich würde das gar nicht an einem psychologischen Wunschdenken oder Narzissmus festmachen. Als die Erde noch als Mittelpunkt gesehen wurde, galt die kopernikanische Wendung als narzisstische Kränkung. Und nun soll es als Kränkung gelten, nachdem wir die Möglichkeit zugelassen haben, dass auch andere neben uns existieren, ohne dafür auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden, gekränkt zu sein, wenn wir doch alleine sind?

Falls intelligentes außerirdisches Leben existiert, gehörte ich keiner Spezies an, die im Universum einzigartig ist. Möglicherweise wäre eine außerirdische Intelligenzt der menschlichen Intelligenz sogar überlegen. Ich könnte also in Bezug auf die Frage, ob außerirdisches intelligentes Leben existiert, skeptisch sein, weil die Existenz solchen Lebens für mich eine narzisstische Kränkung wäre. Aber ich bin für derlei Kränkungen nicht anfällig. Ich glaube nicht an einen Gott, der sich für mich interessiert. Ich bin ein Trockennasenaffe. Mein freier Wille ist allenfalls eine Illusion. Ich bin ein Körper, in dem physikalische Prozesse ablaufen, für die Gedanken, Gefühle und Bewusstsein nur andere Vokabeln sind. Ich habe also kein Motiv, mich zu weigern, eine bestimmte Wahrscheinlichkeit für außerirdisches intelligentes Leben auf Basis des heutigen Wissenstandes anzugeben. Ich liste nur die Bedingungen auf, die die Erde zu einem lebensfreundlichen Ort machen. Wir kennen kein außerirdisches Leben. Wir kennen keinen belebten außerirdischen Ort, also keinen belebten Planeten oder Mond, den wir zum Vergleich heranziehen könnten.

Ich habe also erklärt, in Bezug auf mein Menschsein nicht kränkbar zu sein. Ich vermute aber hinter dem weit verbreiteten Glauben an außerirdische Intelligenzen Motive, die ähnlich gelagert sind wie eine Kränkung, nämlich die Angst vor dem Alleinsein in einem nahezu toten Universum. Eine dem Menschen überlegene außerirdische Intelligenz könnte möglicherweise auch einige Fragen nach dem Sinn unserer Existenz beantworten. Und sie nähme uns in gewisser Weise auch die Verantwortung dafür, uns weiterzuentwickeln. Unsere Selbstvernichtung wäre weniger ärgerlich, wenn es Außerirdische gäbe. Wären wir die einzigen intelligenten Lebewesen im Universum, verlöre das Universum mit unserem Tod bzw. dem Tod des irdischen Lebens selbst seinen Sinn. Gäbe es Außerirdische, könnten immerhin sie dem Universum Sinn verleihen oder Sinn in ihm finden.

Serpentina hat geschrieben:
14 Jun 2019, 16:33
O.k. Ich vermute, auch wenn du sehr skeptisch bist, bleibt am Ende eine plausible Wahrscheinlichkeit für ausserirdisches Leben übrig?

Klar. Wobei ich einfaches außerirdisches Leben für wahrscheinlicher halte. D. h. ich gehe schon davon aus, dass die Schwelle zum Leben in der Milchstraße nicht nur einmal überschritten wurde, und zwar auch deshalb, weil die Schwelle zum Leben auf der Erde gemessen an ihrem Alter recht kurz nach ihrer Entstehung überschritten worden zu sein scheint. Intelligentes Leben ist aber eine andere Liga. Ich schließe nicht aus, dass im gesamten Universum nur die Erde eine mit dem Menschen vergleichbare Intelligenz hervorgebracht hat. Aber es spricht auch nichts gegen die Möglichkeit, dass intelligentes Leben auch auf anderen Planeten entstanden ist. Fakt ist nun mal, dass wir existieren. D. h. es gibt wenigstens einen Ort im Universum, an dem die Entwicklung intelligenten Lebens möglich war. Das Universum ist so beschaffen, dass Leben grundsätzlich möglich ist. Es hätte auch anders beschaffen sein können. Aber vielleicht muss es so groß sein, damit sich intelligentes Leben an wenigstens einem Ort entwickeln kann. Wir sollten jedenfalls nicht eine hohe Wahrscheinlichkeit für außerirdisches intelligentes Leben annehmen, nur weil wir selbst existieren. Wir wissen nicht, welche Randbedingungen wie genau wie lange erfüllt sein müssen. Ich vermute, dass in einigen Jahrzehnten eine aussagekräftigere Wahrscheinlichkeitsrechnung möglich sein wird.

Re: Erster Kontakt

#24


Falls intelligentes außerirdisches Leben existiert, gehörte ich keiner Spezies an, die im Universum einzigartig ist. Möglicherweise wäre eine außerirdische Intelligenzt der menschlichen Intelligenz sogar überlegen. Ich könnte also in Bezug auf die Frage, ob außerirdisches intelligentes Leben existiert, skeptisch sein, weil die Existenz solchen Lebens für mich eine narzisstische Kränkung wäre. Aber ich bin für derlei Kränkungen nicht anfällig.



O. K.


Ich glaube nicht an einen Gott, der sich für mich interessiert. Ich bin ein Trockennasenaffe.

Wenn ich ernsthaft darüber nachdenke, wer ich bin, fällt mir vieles ein... Ich bin ein bedingtes Wesen, ich bin Energie, Körper, Empfindung, Gefühl, Wissen, Unwissen, Irrtum, Denken, Rolle, Illusion, Wandel, Phantasie, Stille.....
Ich existiere physikalisch, biologisch, sensorisch, emotional, geistig, bewusst, unbewusst, wach, träumend, tieschlafend...
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