vor einem Jahr

#1
Da saßen wir nun,
du und ich.
Das Essen vor uns – kalt.
Allerdings waren wir gesättigt,
von all den Versuchen,
ohne Erfolg.
Wir hatten es geahnt,
aber anderes gehofft.
Der einstige Schwur,
„Bis das der Tod...“,
fand an diesem Tag seine Bestimmung.
Unser „Wir“ in Liebe gestorben.
Auf dem Weg zu mir selbst,
habe ich dich zurückgelassen,
und mehr,
doch "Ich" lebe.
"Mut steht am Anfang des Handelns und Glück am Ende." - Demokrit

Re: vor einem Jahr

#2
Hallo Pius,

das ist sehr interessant und tiefgreifend selbstreflektiert. Wenn man die Chance und den Wunsch hat man selbst zu sein und es gibt dazu in der Verbindung keine Chance finde ich es gut und mutig diesen Schritt zu gehen.

Wie viele trauen sich das nicht und holen sich was sie brauchen dann heimlich, leben ein zweites Leben etc...

Von daher ist dem LI einfach zu wünschen, dass es eines Tages sagen kann: Das war die richtige Entscheidung.

Irreguten Start ins
Wochenende
WuI
„Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt.“ -Khalil Gibran

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Re: vor einem Jahr

#3
Hallo Pius,

besser, dass "Ich" lebe,
als dass ein "Wir" vor sich hin dämmert oder sich gg.seitig lyncht oder was es der Spielarten mehr gibt,
in denen zwei Menschen ihr gemeinsames Sein nicht gut auf die Reihe bekommen.

"Bis dass der Tod Euch scheidet" -
was für ein tiefgreifender Schwur ....
und vllt. zu Zeiten, als eine Ehegemeinschaft auch noch eine wirtschaftliche - sein musste,
auch sinnvoll und zweckmässig.

In unserer Zeit,
wo sich neue Formen des Zusammenlebens etablieren,
vllt. manchmal der Sargnagel für zwei Menschen.

Am Stärksten vom Bild her finde ich diese Sequenz:

Das Essen vor uns – kalt.
Allerdings waren wir gesättigt,
von all den Versuchen,
ohne Erfolg.

Das Essen - Nahrung im physischen Sinne - wird verschmäht, schmeckt nicht
angesichts der seelischen Nahrung, die mensch lange Zeit zu sich genommen hat.


lG Lentas
Wo ist der Glanz, wo das Licht in der Welt
wenn draußen das große Dunkel fällt?
Wo ist das Herz, das singt in der Nacht?
Wer hat den Funken nach Haus gebracht?
@Lentas

Re: vor einem Jahr

#4
Hallo Wul, Hallo Lentas,

lieben Dank an Euch, für das Reflektieren meiner Zeilen.
Weiblich&Irre hat geschrieben: Wenn man die Chance und den Wunsch hat man selbst zu sein und es gibt dazu in der Verbindung keine Chance finde ich es gut und mutig diesen Schritt zu gehen.
Lentas hat geschrieben: besser, dass "Ich" lebe,
als dass ein "Wir" vor sich hin dämmert oder sich gg.seitig lyncht

Ich glaube zwangsläufig ist dieser Schritt nur fair und nötig. Das LI würde sonst nicht nur sich seines Glückes berauben sondern auch dessen des LDs, da das LI in der Verbindung nicht es selbst sein kann und somit unglücklich, was sich in der Beziehung zwischen LI und LD spiegeln würde. So mein Gedanke beim Schreiben.

Weiblich&Irre hat geschrieben: Von daher ist dem LI einfach zu wünschen, dass es eines Tages sagen kann: Das war die richtige Entscheidung.

Tatsächlich verdeutlicht das Ende noch nicht die Kernaussage, die ich treffen wollte, dass das LI trotz allem immer wieder so entscheiden würde, weil es das LI sonst nicht mehr oder nur in destruktiver Weise geben würde 🤔 Vielleicht schreibe ich da nochmal was um, aber erstmal entstand es so in meinem Kopf.

Lentas hat geschrieben: Am Stärksten vom Bild her finde ich diese Sequenz:

Das Essen vor uns – kalt.
Allerdings waren wir gesättigt,
von all den Versuchen,
ohne Erfolg.

Danke, Lentas :-)

Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende wünscht,
Pius
"Mut steht am Anfang des Handelns und Glück am Ende." - Demokrit
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