Nur ein Traum

#1
Lass mich zu den Sternen fliegen,
dunkle Wolken bei Seite schieben.
Will die Unendlichkeit spüren,
mich ganz darin verlieren.
Über der Milchstraße möchte ich schweben
alle Wunder heute Nacht hier erleben.

Bin inmitten der Millionen Sterne,
da ist keine Kälte, fühle nur Wärme.
Zeigt sich in voller Schönheit noch der Mond
dann hat sich die Reise wirklich gelohnt.

Es war nur ein schöner Traum,
hatte vergessen Zeit und Raum.
Zuletzt geändert von inamarie am 10 Jun 2019, 00:00, insgesamt 1-mal geändert.
Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben

Re: Nur ein Traum

#2
Hallo inamarie,

ich habe mal gelesen, dass Menschen, die traurig sind, mehr schlafen.

Hier ist es vielleicht ähnlich. Für mich liest es sich so, als ob das LI in seinen Träumen einer unschönen Realität entfliehen möchte.

Liebe Grüße,
Pius
"Mut steht am Anfang des Handelns und Glück am Ende." - Demokrit

Re: Nur ein Traum

#3
Hallo Pius,

du hast das richtig heraus gelesen, das LI verliert sich immer öfter in seinen Träumen, um für kurze Zeit, vor der unschönen Realität (einer Krankheit) zu entfliehen.

Diese Träume geben Kraft und Mut, um nicht aufzugeben.

Habe deine Gedanken dazu gern gelesen.

LG
inamarie
Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben

Re: Nur ein Traum

#4
Man kann nicht auf etwas schweben.

Dass sich die Reise für das LI möglicherweise nicht wirklich lohnt, wenn es den (Erd)mond nicht in seiner vollen Schönheit sieht, kann ich nicht nachvollziehen. Im Vergleich zu einer Reise zum nächstgelegenen Stern (nach der Sonne) ist eine Reise zum Mond wie ein Gang zu einem im Vorgarten stehenden Gartenzwerg. Der nächste Stern (Proxima Centauri) läge irgendwo in Russland. Mindestens.

Re: Nur ein Traum

#5
Hallo inamarie,

wenn das so ist, dann wünsche ich dem LI noch viele weitere schöne Träume und vor allem, wenn möglich, baldige Genesung.

Liebe Grüße,
Pius
"Mut steht am Anfang des Handelns und Glück am Ende." - Demokrit

Re: Nur ein Traum

#6
Guten Abend Pius,

deine guten Wünsche sind angekommen.
Weitere schöne Träume wird es ganz sicher geben, mit der Genesung eher nicht.

Danke für deine Zeilen

LG
inamarie
Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben

Re: Nur ein Traum

#7
Guten Abend Plutino,

da hast du recht, man kann nicht auf etwas schweben, ein Fehler von mir- habe ich geändert.
Dieses Gedicht beschreibt eine Phantasiereise und da ist vieles möglich.

"Zeigt sich in voller Schönheit noch der Mond"
auch ein abnehmender/zunehmender Mond, kann sich in voller Schönheit zeigen
der "Vollmond" kommt nicht vor in diesem Gedicht
nun ja, diese Zeile kann jeder interpretieren, wie er will- wie schon gesagt- vieles ist möglich
Aber , ich finde es gut, dass du mich darauf hingewiesen hast

Gruß
inamarie
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Re: Nur ein Traum

#8
Den Vollmond hatte ich nicht erwähnt, sondern den Erdmond. Es gibt in unserem Sonnensystem noch etliche Monde, die andere Planeten umkreisen.

Ich wollte aber auf die Frage hinaus, ob du dir über die unterschiedlichen Größenordnungen klar bist, um die es in deinem Gedicht geht.

Proxima Centauri, der nach der Sonne nächste Stern, ist etwa 4,2 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das sind etwa 40 Billionen Kilometer.
Der Mond ist von der Erde etwa vierhunderttausend Kilometer entfernt. Somit ist Proxima Centauri 100 Millionen mal weiter von der Erde entfernt als der Mond.

Die Dicke der Scheibe der Milchstraße beträgt auf der Umlaufbahn des Sonnensystems etwa 3000 Lichtjahre.

Die Apollo-11-Astronauten haben bis zum Mond 76 Stunden gebraucht. Bis zu Proxima Centauri hätten sie 850000 Jahre gebraucht. Um über die Milchstraße zu gelangen, hätten sie etwa 300 Millionen Jahre gebraucht.

Gegen eine Reise zu den Sternen ist eine Reise zum Mond also wenig spektakulär.

Re: Nur ein Traum

#9
Ich sage dir ehrlich, ich kenne die Größenordnungen nicht und jetzt wo ich lese, wie gut du darüber Bescheid weißt,
kann ich verstehen, dass du mit meinem Gedicht nicht mitgehen kannst- Du bist eher der Fachmann im realen Leben, und der Wissende über Mond. Sterne, Milchstraße und was es noch alles gibt- das ist dein Thema und so soll es sein.

Aber in einem Phantasiegedicht / Träumen kann ich fliegen, wie ein Vogel, ich kann zaubern und ich kann sogar aus der Milchstraße trinken ….
so vieles ist möglich.
Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben

Re: Nur ein Traum

#11
Ich habe tatsächlich noch nie von Sternen, im wörtlichen Sinne, geträumt, also nicht während des Schlafs. Aber im übertragenen Sinne träume ich von Himmelskörpern und den Leerräumen zwischen ihnen. Das Wissen über den Kosmos reduziert nicht die Faszination für den Kosmos, ganz im Gegenteil. (In Wirklichkeit wäre eine Reise zu den Sternen auch eine Reise ins Nichts. Der Kosmos ist fast leer.)

Zurück zum Gedicht. Du schreibst:

Zeigt sich in voller Schönheit noch der Mond
dann hat sich die Reise wirklich gelohnt.

Daraus lässt sich zwar nicht schließen, dass die Reise sich nicht gelohnt hätte, wenn du den Mond nicht während der Reise gesehen hättest, aber die Vermutung liegt nahe. Und das ist der Punkt, der mich beim Lesen gestört hat. Denn wenn du in der Lage wärest, eine Reise zu den Sternen und über sie hinaus zu unternehmen, dann wäre eine Reise zum Mond so, als verrückest du den Sessel, auf dem du sitzt, um einen Zentimeter. Du machst also die Qualität der Erfahrung einer Sternenreise abhängig davon, ob es dir geglückt ist, deinen Sessel um einen Zentimeter zu verrücken.

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Falls jemand mal eine virtuelle Reise zu den Sternen erleben will: Es gibt eine Software namens Gaia Sky, die sich auf die Daten stützt, die der Astrometriesatellit Gaia in den letzten Jahren gesammelt hat. Die Software kann man sich von der Website der Uni Heidelberg kostenlos herunterladen. Gaia ist eine überaus erfolgreiche Mission der ESA.

Re: Nur ein Traum

#12
Danke, Plutino für die Informationen über Sonne, Mond und Sterne und den Tipp mit der Website, ich werde mal reinschauen.

Aber noch mal zu dem Gedicht. Wenn es mir nicht gut geht, schließe ich die Augen und mache eine Phantasie-Reise- und kann ich mir so vieles vorstellen, ich lass meiner Phantasie freien Lauf - da spielen Zahlen und Fakten keine Rolle.
Nach so einer Phantasie-Reise geht es mir oft etwas besser - und das ist für mich in erster Linie wichtig.

Du weißt sicher eine Menge über den Kosmos, hast dich sich viel damit beschäftigt und dein Name "Plutino" sagt auch einiges aus.
Aber wie es scheint, kannst du mit meinen Phantasie-Reisen nichts anfangen - und ich finde das auch nicht schlimm.

inamarie
Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben

Re: Nur ein Traum

#13
Hallo liebe Letreo,

na, wenigstens verstehst du mich, deine Zeilen machen mir wieder Mut.
Diese Phantasie-Reisen tun mir gut, wie auch das Gedichte schreiben.
Manchmal muß ich mich einfach fallen lassen und in eine andere Welt abtauchen, um dann den Alltag zu meistern.


liebe Grüße von
inamarie :)
Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben

Re: Nur ein Traum

#14
Hallo inamarie,

Phantasiereisen können sehr entspannend und spannend zugleich sein und liefern wie hier, innere Bilder.
Wenn man sich auf das spontane Auftauchen innerer Bilder einlässt, entstehen diese einfach, ähnlich wie im Traum, aber auch geprägt durch Bilder aus dem Tagesbewusstsein.
Man kann in Gedankenschnelle an unterschiedlichen Orten sein und so wie in deiner Beschreibung, erst über der Galaxy schweben und kurz darauf den Mond besuchen. Auf die Art betrachtet kann ich dem Text folgen, denn in der Phantasie ist viel möglich und es kommt eher auf die Aspekte an, die auftauchen.

Plutinos Überlegungen kann aber auch verstehen, denn als Leser wird man ja durch eine innere Logik geführt und das Auftauchen unseres Mondes ist da sehr überraschend, weil man eben noch sehr weit von der Erde entfernt war.

Da es dein Text ist, der beschreiben soll, wie sich die Reise für dich dargestellt hat, braucht es in meinen Augen aber keine Korrekturen.
Vielleicht ließe sich aus "der Mond" "ein Mond" machen. Das zeigt nach meinem Verständnis besser, dass der Mondaspekt bei der Reise wichtig war, so wie der Aspekt der "Wärme", der bei der Reise auftaucht, unabhängig von der Temperatur des realen Ortes.

Liebe Grüße und gerne gelesen,
Serpentina

Re: Nur ein Traum

#15
Guten Abend Serpentina,

ich habe deinen Vorschlag umgesetzt und aus "den Mond" - "ein Mond" gemacht.
Auch ich kann Plutino in gewisser Weise verstehen, als real denkender Mensch, hat er eine ganz andere Sichtweise auf dieses Gedicht - und das ist auch okay.

Es freut mich, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Gedanken aufzuschreiben.

LG
inamarie
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