Ein Lied (Fornyrðislag)

#1
Die Laute klingt
in alter Art
und durch die Winde
strebsam dringt
ein Lied so zart
zu unsrer Linde,
wo wir der Jugend
Wahrheit lauschen.

Ach Liebste, müsst
ich singen dir,
ich müsste lügen!
Lippen, küsst!
Darin sollt ihr
euch still genügen
und euch an Wahrheit
bass berauschen!
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Ein Lied (Fornyrðislag)

#3
Danke, liebe WUI! :D

Das ist eine alte germanische Strophenform mit acht zweihebigen Versen. Das Versmaß ist dabei frei wählbar bzw. kann, wie hier, alternieren. Das Gedicht ist für mich ein besonderes Gedicht, weil ich hier bemerkt habe, wie viel Innovation in dieser uralten Form liegt. Ich glaube fast, um etwas wirklich Neues zu schaffen, muss man zurück zu den Wurzeln.

Schön, wenn dir die zitierte Stelle so gut gefällt! Ist auch eine meiner Lieblingspassagen. :)

LG
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Ein Lied (Fornyrðislag)

#4
Schmuddelkind hat geschrieben: Ich glaube fast, um etwas wirklich Neues zu schaffen, muss man zurück zu den Wurzeln.
Hat Bob Dylan auch mal gesagt, da war er Mitte Fünfzig, ist sogar noch weitergegangen: "Es gibt keinen anderen Weg."

Schöne Minne! :)

Die Edda schon gelesen? Vafthrudnismal, Thrysmskvida, Helgakvida Hjörvardssonar, Sinfiötlalok, Sigurdarkvida Fafnisbana thridija... :lol:

LG
Desperado
Ich kämpfe nie mehr wieder.
Chief Joseph

Re: Ein Lied (Fornyrðislag)

#7
Hallo Arnulf Schmuddel-K,
sehr melodisch. zurzeit sind melodien deins?
Fornyrðislag, ein sehr schönes versmas, (ist das reimschema gesetzt oder selbst entworfen?) es ist wirklich sehr melodisch.
ja das zitat von bob dylan kannte ich auch schon von anderer stelle, ich denke auch ähnlich, alles auf anfang, alles zurück aufs neue ...
gerne gelesen. viele grüße.
KrachKaff (der fast mit Zy gezeichnet hätte ... ;) )
Nennt mich KrachKaff.

Re: Ein Lied (Fornyrðislag)

#11
Schmuddelkind hat geschrieben:
16 Sep 2019, 09:56
Gräbst du auf der Insel z.Z. nach Schätzen?

Ja, immer mal wieder wühle ich mich in tiefere Schichten. Meistens ohne Kommentar, obwohl ich, im funzeligen Licht meiner Stirnlampe, ständig auf Erstaunliches stoße. Dein Fornyrðislag dachte ich, hole ich mal ans Tageslicht. ;)

Archälogische Grüße,
Serpentina

Re: Ein Lied (Fornyrðislag)

#12
Dann wünsche ich dir weiterhin viele schöne Entdeckungen, Indiana Jones. ;)

Dein Fornyrðislag dachte ich, hole ich mal ans Tageslicht.

Damals habe ich mich in diese Form sehr verliebt und eine ganze Reihe solcher Gedichte geschrieben. Inzwischen habe ich das aber schon länger vernachlässigt. Da sollte ich mal wieder ran...
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Ein Lied (Fornyrðislag)

#13
Schmuddelkind hat geschrieben:
17 Sep 2019, 21:44
... Indiana Jones. ;)

:shock: Was hat mich verraten?
Ich dachte Indiana Jones als Schlange getarnt, wäre wasserdicht.


Damals habe ich mich in diese Form sehr verliebt und eine ganze Reihe solcher Gedichte geschrieben. Inzwischen habe ich das aber schon länger vernachlässigt. Da sollte ich mal wieder ran...


Die Form hat was.
Magiehaft, fast ein bißchen hyptnotisch.

Lg,
Indiana Jonesssssssssssssssss

Re: Ein Lied (Fornyrðislag)

#14
Ich dachte Indiana Jones als Schlange getarnt, wäre wasserdicht.
Magiehaft, fast ein bißchen hyptnotisch.
Indiana Jonesssssssssssssssss

Ach so, du bist in Wahrheit die Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch. ;)
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Ein Lied (Fornyrðislag)

#16
Schön, Schmuddelkind.

Schmuddelkind hat geschrieben:
18 Sep 2012, 01:33
und euch an Wahrheit
bass berauschen!

Die Jugend mag Bässe, bei denen die Lippen schlackern. Ab und zu fährt hier Jugend in Lindenentfernung vorbei. Einmal hat sie ihre Form gewandelt. Ich glaub aber, ðis lag an der Umarmung der Linde. Die hat auch ihre Form gewandelt, aber nicht sehr. Fornyr ließe sich wahrscheinlich noch aus ihr machen …

Baff. Bass. Bass baff. Schade, dass das ſ (langes s) nicht ans Ende eines Wortes gesetzt werden darf. Ich finde, dass wir um des Basses willen mindestens so oft bass belustigt wie erstaunt sein sollten.
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