Die Eine

#1
Heute Nacht sah ich im Traume
auf dem großen Zwetschgenbaum
ganz weit oben eine Pflaume,
doch ich glaub, sie sah mich kaum.

Sie gefiel mir schon von ferne,
und ich schaute nur zu ihr,
wollten auch die Zwetschgen gerne
alle einen Blick von mir.

Zärtlich sang ich, spielte Geige,
tat ihr meine Liebe kund,
und die Pflaume fiel vom Zweige
losgelöst in meinen Mund…

(aus dem Fundus)

Re: Die Eine

#2
lieber gummibaum,

klasse metapher! die story von the one and only über eine pflaume zu spiegeln, ist nicht nur wegen ihrer zweideutigkeit genial, sondern auch, weil du alles immer so witzig bedichtest. wie sich die pflaume am ende einfach in deinen mund fallen lässt - herrlich. :D

sehr gern gelesen

lg
grashüpf

Re: Die Eine

#3
Lieber gummibaum,

herrlich originelle Umsetzung des altbekannten Themas! :)
Da sagen Leute immer, die Lyrik sei tot, weil sie sich zwangsläufig wiederholen müsse. Aber das stimmt ja nicht. Man kann dieselbe Problematik immer und immer wieder auf andere Weise schreiben, wie du beweist. Und nur darauf kommt es an - wie ein Gedicht geschrieben ist, nicht worüber.

LG, Schmuddi (der leider nicht Geige spielen kann)
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Die Eine

#4
Das gefällt mir sehr, lieber gummibaum.
Liebe auf den ersten Blick, ein zärtliches musikalisches Werben und die Angebetete ist reif für den freien Fall.
Da läuft für das LI so rund, dass es wohl nur in einem Traum stattfinden kann.

Sehr gerne gelesen,
Serpentina

Re: Die Eine

#5
Lieber Gummibaum,
Deine Ideen für die witzigen Gedichte sind einfach unschlagbar und machen Freude, sie zu lesen. Du hattest mich ja auch schon mal angesteckt. Weißte noch …? Mutters Kotelett oder meine Pampelmuse z.B.? Und selbst dabei hast Du mir geholfen, meine Pampelmuse abzurunden. :mrgreen:

Das Leben ist viel zu kurz, um sich Gedanken darüber zu machen … Täglich eine Prise Humor und sei es als Gedicht gestreut, hat wohl noch Niemandem geschadet. :)

Sehr gerne gelesen.

Liebe Grüße
Dabschi
Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
(Dietrich Bonhoeffer)

Re: Die Eine

#6
Herzlichen Dank, lieber grashüpfer, für das Lob der Metapher und des Witzes.

Sehr richtig, liebes Schmuddelkind. Das Wie ist das Entscheidendere. Ich danke dir.

Genau, liebe Serpentina, nur im Traum geht so leicht. Vielen Dank.

Ja, liebe Dabschi, in den Zeiten der Pampel-Muse hatten wie auch schon Spaß zusammen.


Allen pflaumige Grüße von
gummibaum

Re: Die Eine

#7
Hallo gummibaum!

Herrlich. :lol: Das gefällt mir sehr.
Mir fällt schon vor einiger Zeit auf, dass du gerne witzige Gedichte schreibst, lieber gummibaum.
Schon alleine an deinem Nicknamen kann man schon gleich erkennen, welch ja auch seinem Namen alle Ehre macht. :D

Sehr gern und amüsiert gelesen.
LG animar

Re: Die Eine

#9
Hallo gummibaum,

das wahre Leben würde ich sagen. Auch wenn ich andere Lebensweisheiten schätze.

Traurig ob der Pflaumen, die einen erst sehen wenn man die erste Geige spielt. Wobei die anderen im Baum weiter unten ihn wohl auch nur gesehen haben, weil er die Geige in der Hand hielt? Vielleicht ein Schöning, gut situiert oder ein wenig mehr Kohle in der Tasche?
Ansonsten schienen die Pflaumen im Baum gleich.
Abgesehen von der Höhe in der sie hängen.
So kam das bei mir an.
Liebe Grüße Täubchen

Re: Die Eine

#10
Lieber Gummibaum,

ich denke mir die Stirne wund,
ich such den ernsten Hintergrund,
doch scheint mir, ist die Pflaume
geschuldet nur dem Traume?

? :roll:

Gern gelesen,
liebe Sonntagsgrüße
Melone

Re: Die Eine

#11
Danke, liebes Täubchen und liebe Melone.

Eine Pflaume auf dem Zwetschgenbaum ist was besonderes (fast wie der Apfel auf dem Birnbaum), und so habe ich mich leidenschaftlich wie ein Minnesänger um sie bemüht.

Liebe Grüße
gummibaum

Re: Die Eine

#12
Lieber Gummibaum,

das die Pflaume keine Zwetschge ist, war mir entgangen. Es gibt halt viele Pflaumenarten,
an einem veredelten Baum auch gleichzeitig.
Womit sich meine Assoziationen dazu verändern und an Möglichkeiten erweitern.
So ein Minnesänger ist mir noch nicht begegnet ;) , deswegen habe ich es wohl auch nicht verstanden.
Das tut dem für mich keinen Abbruch. Deine Texte sind für mich durchweg interessant. So auch hier lässt sich gut mit emotionaler Übertragung arbeiten.
Du machst das hier mit einer guten Portion Humor.
Bei der Deutung bin ich wohl meinen eigenen Emotionen auf den Leim gegangen :) .

Herzliche Grüße
Täubchen

Re: Die Eine

#13
Alles klar, liebes Täubchen. Vielen Dank. Hier noch einmal präzise:

„Das Fruchtfleisch der reifen Pflaumen ist saftig und weich, der Stein sitzt fest darin und lässt sich nur schwer herauslösen. Ihre Verwandte, die Zwetschge, ist von eher länglich-ovaler Form, weist nicht die deutliche Bauchnaht der Pflaume auf und ist mehr dunkelblau als violett gefärbt.“ (Internet)

Durch diese „Bauchnaht“ ähnelt die Pflaume dem weiblichen Geschlechtsorgan, und sie kann so im Traum (bes. von Männern ) Symbol für eine Frau sein.

Einen schönen Tag wünscht dir
gummibaum
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