Albtraum

#1
Albtraum

Der Wind durchfärbt
mit dunklem Ton,
brüllt laut, brüllt laut.

Und Wände wanken,
reissen schon,
der Spiegel steigt.

Die Fenster höhnen,
klappern wild,
Angeln verdrillt.

Nun wirft da wer,
den Anker aus.
Zum Glück.

Das schwarze Stück
Klavier steht ja,
noch da, noch da,
wie gestern auch.

Re: Albtraum

#3
Lieber gummibaum,

danke für deine Gedanken zum Text.
Ich habe bei diesen Text bewusst versucht, möglichst spontan die Bilder sprachlich aufzufangen, die beim Abtauchen entstanden sind und wollte dabei so weit es geht der assoziativen Ordnung, die in Träumen vorherrscht, folgen und so entstanden die surrealistisch anmutenden Impressionen, die ich 2 hebig geformt und die ich noch kurz versucht habe, nach meinem Gefühl, sprachlich auszubalancieren.
Später fiel mir dann auf, dass sich unterschiedliche Wirklichkeiten abgebildet haben.
Einmal die eines Albtraumes, aus dem das LI erwacht und der reale Bezug zu dem Klavier aus der Traumstimmung hilft. Es kann sich aber auch um eine realen Albtraum handeln, der in Form einer Katastrophe das LI erschüttert hat.

Liebe Grüße,
Serpentina

Re: Albtraum

#4
Liebe Serpentina,

interessant, was dir so spontan durch den Kopf geht und eine tolle Technik, einfach mal alles ganz schnell festzuhalten. Die zweihebigen Verse klingen wie heftige Stöße, Fensterklappen, die im Wind immer wieder gegen die Wand stoßen. Es ist schön zu lesen, wie hier Form und Inhalt im Einklang sind. Da kommt sofort eine düstere, bedrohliche Atmosphäre auf.

LG
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.
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