nachgeschaut

#1
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Hierzu gibt es eine kleine Geschichte:
Eines Tages, vor kurzem schaute ich auf meinen Balkon. Erst sah ich die ungeliebten Flecken von Taubenkot. Dann entdeckte ich, in der Ecke kauernd eine Taube sitzen. Bei mir war sie wohl richtig. Hab ich doch selbst als Täubchen ein Herz für Tauben.
Nun ehrlich gesagt, war ich nicht besonders erfreut. Da die Stadtvagabunden der Lüfte im eigenen Heim eher Schmutz, Kot, mögliche Krankheiten und Unruhe auf dem Balkon mit sich bringen.
Diese sah geschwächt aus und schaute mich Hilfe suchend an. Sie hatte einen Ring um das Fußgelenk und so überlegte ich, ob es sich um eine Brieftaube handle. Also schaute ich im Internet nach und erfuhr, dass auch Rassetauben Ringe tragen. Dieses war allerdings tatsächlich eine Brieftaube.
Inder ersten Hilfe Empfehlung stand, man könne ihr eine flache Schale Wasser hinstellen.
Also erhielt sie eine Schale mit Wasser . Sie stürmte direkt darauf zu. Dann entschied ich mich, ihr auch Futter zu geben. Und gab ihr wie empfohlen getrocknete Maiskörner.
An diesem Tag wurde ich zu einer Feier eingeladen.
Am nächsten Tag stand die Taube bereits gesünder wirkend da und schaute erwartungsvoll in meine Richtung.
Also versorgte ich sie wiederum und zog mir Handschuhe über.Ein bisschen zierte sie sich, ließ sich aber hoch nehmen. Aus der Entfernung könnte ich die Nummer nicht erkennen.
Taube Nr.137 DV Jahrgang 2015 und die Vereinsnr. waren zu sehen. Ich entschied mich dort anzurufen und auf den AB zu sprechen um nachzufragen, was zu tun sei. Ich wollte nicht Gefahr laufen, dass dieser Gast bei mir einzieht.
Schließlich ist in meinem Herzen sozusagen schon ein Gast, das Täubchen eingezogen und damit bin ich zufrieden. Eine weitere Taube im Haus kommt gar nicht in Frage.
Dann habe ich Bilder von meinem Gast gemacht und auf der Nachrichten App als Profilbild eingestellt. Als ich meine Smileys mit ihrer Nummer ergänzen wollte. Stand die 137bereits da. Ich war etwas verwundert und brauchte ein wenig Zeit um zu verstehen, dass es nur die noch freien Zeichen waren, die noch zur Verfügung standen. Mit jeder Zahl und jedem Buchstaben wurde die Zahl kleiner.
Das fand meine Aufmerksamkeit und amüsierte mich etwas.
Am Abend stand die Taube bereits auf der Stuhllehne. Das gab Hoffnung für ihr alsbaldiges verschwinden. Also gab ich ihr nochmals Futter und Wasser. Nachdem ich ihr das Wasser bereits hingestellt hatte, kam sie hoffnungsvoll bis an die Balkontür um ihr Futter zu erwarten. Ich entschied mich ihr am nächsten Tag nichts mehr zu geben und ging arbeiten.
Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause fiel mir als erstes ein Nummernschild ins Auge. Es hatte darauf die Nummer 137.
Als ich zur Balkontür ging, stand die Taube davor und sah wartend hinein. Ich schüttelte mit dem Kopf und sagte ihr es sei Zeit davon zu fliegen. Der Herr vom Verein hatte sich nicht zurück gemeldet.
Dann konnte ich nach einer Weile ein leises Gurren und das Klappern der Schüsselchen vernehmen.
Sie war tatsächlich davon geflogen und hatte sich wohl auf die Art bei mir bedankt und verabschiedet.
Das Datum der Einladung die oben erwähnt wurde ist übrigens am 13.7..
Das bemerkte ich erstaunt, nachdem sich mir die Zahl 137 bereits aufgedrängt hatte.
Dann habe ich nachgeschaut und mich für die wunderbare kosmische Bedeutung entschieden und es nicht zu einem Konflikt zwischen Geist und Psyche kommen zu lassen.
Ich würde mich eins fühlen und sowieso habe ich die mathematische Bedeutung der Zahl nicht nachvollziehbar verstanden.
So lasse ich Kabbala, Ähnliches und die Mathematik stehen. Bin durch Unwissenheit gewappnet und nehme die mystische Bedeutung mit Gelassenheit und Freude am Kosmischen entgegen.

Re: nachgeschaut

#2
Schöne Anekdote, Täubchen! :)
Fand deinen Schlusssatz sehr gelungen, da er die Bedeutung des Ganzen aus deiner Sicht nochmal klar einordnet.

137 ist übrigens eine Primzahl. 8-)
Außerdem versteckt sich darin ja die Unglückszahl "13" und die Glückszahl "7" - Yin und Yang. :D

LG
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: nachgeschaut

#4
Weiß ich gar nicht. Naja, es gibt ja die unterschiedlichsten Zahlen-Mystiken und irgendwo wird das wohl schon so sein. :lol:
Ich weiß nur, dass in China die Vier die Zahl des Todes ist, weil sie im Chinesischen (denke mal im Mandarin) ähnlich klingt wie Tod oder so. Dort vermeidet man daher auch die Zahl vier so gut es geht. Über dem dritten Stockwerk befindet sich meist der fünfte. Dort ist die Glückszahl übrigens acht, weil sie so ähnlich klingt wie Glück.
Zweimal Tod bedeutet also Glück. :?
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: nachgeschaut

#5
Man darf auch nie mit den Stäbchen Essen aufspießen!

Weil – und mit dieser aus unserer Perspektive wohl etwas makaberen Geschichte – eine traditionelle Beerdigung in Japan (und ich glaube auch in China) wie folgt verläuft: Die verstorbene Person wird eingeäschert, allerdings bei einer Temperatur, die ausreichend Knochenreste hinterlässt; Asche und Knochen werden in eine Schale gefüllt und die Hinterbliebenen gruppieren sich darum; schließlich holt man mit den Stäbchen jeden einzelnen Knochen aus der Asche und gibt ihn reihum. Die Prozedur dauert so lange, bis alle Knochen aus der Asche sind, zum Abschluss werden die Stäbchen in die Asche gespießt.
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