Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#2
Hallo WuI,

die Idee ist sehr schön -
der Text - soweit ich ihn - auch optisch - erfassen kann,
wundervoll.

Leider ist der Text insgesamt sehr schlecht zu lesen ...
was ein Manko ist.
Dass der Text sich dann ins Abendrot hinein auflöst
zusammen mit dem Sinn ... sozusagen,
ist genial !!

Magst Du den Text separat nochmal ins Forum setzen ?

lG Lentas
Aus Wolkenschleiern sinken Flocken nieder und dennoch schlägt in meinem Garten leise die Nachtigall (Otomo No Yakanochi)

Die Sterne lauter ganze Noten. Der Himmel die Partitur. Der Mensch das Instrument.
(Christian Morgenstern)

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#4
Ah - das war "vor meiner Zeit" :)

Gut zu wissen und Danke.
Das schau ich mir mal näher an.

Heute nimmer, Augen wollen träumen gehen.

lG und eine angenehme Ruhe
Lentas
Aus Wolkenschleiern sinken Flocken nieder und dennoch schlägt in meinem Garten leise die Nachtigall (Otomo No Yakanochi)

Die Sterne lauter ganze Noten. Der Himmel die Partitur. Der Mensch das Instrument.
(Christian Morgenstern)

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#6
Weiblich&Irre hat geschrieben:
08 Mai 2019, 22:05
Was wenn unsere Welt.jpg
Hallo WuI,
mit Brille auf der Nase konnte ich Deinen Text auch auf dem Bild gut lesen. ;) Ich habe Dein Gedicht aber auch nochmal ohne Bild gelesen und finde es einfach zauberhaft. Das nenne ich Poesie vom Feinsten. :thumbup:

Sehr gerne gelesen.

Liebe Grüße
Dabschi
Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
(Dietrich Bonhoeffer)

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#8
Weiblich&Irre hat geschrieben:
08 Mai 2019, 22:39
ich probiere gerade mit unterschiedlichen Programmen und Hintergründen rum um es in Zukunft noch besser lesbar zu machen.
Einen anderen Hintergrund zu verwenden, wäre der einfachste Weg. Wie man die Lesbarkeit von Text auf Bildern erhöht – dazu wird es etliche Tutorials im Internet geben. Ich kenne mich nur mit Photoshop gut genug aus, um erklären zu können, wie man Text auf Bildern lesbar macht. Aber das sollte auch mit Gimp kein Problem sein. Eine Möglichkeit wäre z. B. den Text mit einem Schein nach außen zu versehen. Oder du erstellst den Text als Auswahl, erweiterst die Auswahl, wählst eine weiche Auswahlkante und dunkelst den Hintergrund ab / hellst ihn auf / zeichnest ihn weich. Wenn du es geschickt machst, fällt es kaum auf. Du kannst alternativ auch den Text als Auswahl erstellen und die Auswahl mit einem Farbverlauf füllen, also den Text nach unten hin dunkler werden lassen. Oder verschiedene Methoden kombinieren. Es sollte am Ende nur nicht kitschig aussehen, d. h. wie fast immer kommt es auf das Maß an.

Jedenfalls ist es bei dem verwendeten Bild kein Problem, die Lesbarkeit des Textes zu erhöhen.

Die Schrift, die du gewählt hast, ist gar nicht mal schlecht. Passt durchaus zum Hintergrund. Ein kostenloser Font?

Ich würde das Bild spiegeln und den Text mal testweise linksbündig setzen und zwar nicht mittig, sondern links neben die Baumgruppe. Wie gesagt, nur testweise. Eigentlich ist es ganz schön, dass die wortreichste Strophe sich in der Mitte des Bildes befindet. Aber tendentiell sucht das Auge bei zentriertem Text immer nach bekannten Formen, z. B. einer menschlichen Gestalt (nicht in diesem Fall), einer Rauchsäule, einer Windhose, einem Turm u. s. w. Mich erinnert der Umriss des Textes aber glücklicherweise an nichts, das in Widerspruch zum Hintergrund stünde. Ungünstig wäre z. B. der Umriss eines Atompilzes gewesen.

Zum Gedicht selbst:

Du gehst vom Konjunktiv zum Indikativ über. Muss das Verb in Sätzen, die nur eine Möglichkeit beschreiben, nicht im Konjunktiv stehen? Du könntest erst in der letzten Strophe zum Indikativ wechseln und sie mit ›Lass uns‹ beginnen lassen.

Dur und Moll reichen zu einer Straße? Da fehlt das Wort ›bis‹, oder nicht? Alternativ ginge ›führen‹. ›Was, wenn Dur und Moll zu einer Straße führten?‹

Nebenbei: Vielleicht besteht unsere Welt ja aus schwingenden Strings.

Vieles, das im Kosmos geschieht, hat Wellencharakter und lässt sich in Schall übersetzen, z. B. Gravitationswellen.

(Vor einigen Jahren musste ich mal zum MRT und war ganz fasziniert von den Geräuschen des Geräts, fällt mir gerade ein. Ich schätze, dass irgend jemand die Geräusche eines MRT auch in Musik integriert hat.)

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#9
Du gehst vom Konjunktiv zum Indikativ über. Muss das Verb in Sätzen, die nur eine Möglichkeit beschreiben, nicht im Konjunktiv stehen?

Die erste, durch einen Punkt getrennte Folge von Konditionalsätzen wird hier nicht durch den grammatisch notwendigen Folgesatz aufgelöst. In diesem Folgesatz müsste dann der Konjunktiv stehen, aber der wird ja bewusst ausgelassen, ich denke, um den Leser zum Vervollständigen der Gedanken einzuladen.
Später folgt ein Konditionalsatz im Indikativ, der ebenfalls ohne Folgesatz dasteht: "Was wenn wir am Ende unserer altvertrauten Lieder, in der Sinfonie der Erde Frieden finden." Da kann ich nur anmerken, dass das Komma nach Lieder da nicht stehen sollte und am Ende ein Fragezeichen korrekt wäre. Aber der Wechsel vom anfänglichen Konjunktiv zum späteren Indikativ ist gerechtfertigt - z.B. dann, wenn der Sprecher eine zunehmende Realitätsnähe der aufgeworfenen Gedanken ausdrückt.
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#10
Hm... erst einmal wow, dankeschön Plutino, Schmuddi, euch Beiden für das intensive Auseinandersetzen mit meinem Gedicht. Ich werde morgen mal die Antworten und mein Gedicht ein bisschen näher studieren und ausführlicher antworten.

Irregute Nachtgrüße
WuI :-)
„Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt.“ -Khalil Gibran

Stellt eure Fragen zum Forum gern direkt hier oder unter:
SandraMehr89@googlemail.com

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#11
Schmuddelkind hat geschrieben:
15 Mai 2019, 23:31
Aber der Wechsel vom anfänglichen Konjunktiv zum späteren Indikativ ist gerechtfertigt - z.B. dann, wenn der Sprecher eine zunehmende Realitätsnähe der aufgeworfenen Gedanken ausdrückt.
Das Ziel war mir einigermaßen klar. Aber ist bei Was-wenn-Sätzen, die rein spekulativ sind, nicht der Konjunktiv geboten? Mag sein, dass ich da grad auf dem Schlauch stehe. Was-wenn-Sätze sind eh Umgangssprache. Korrekt wäre bei reinen Spekulationen: ›Was wäre/geschähe, wenn?‹ Oder nicht? D. h. es geht nicht darum, jemanden nach einer Gesetzmäßigkeit oder der wahrscheinlichen Folge einer Handlung zu befragen: Was passiert, wenn man einen Apfel in die Luft wirft und niemand ihn auffängt? In dem Fall ist der Indikativ erlaubt. Wenn es hingegen um die Frage geht, ob der Mond aus Käse ist, muss in dem Was-wenn-Satz der Konjunktiv stehen. Jedenfalls nach meinem Sprachempfinden. Aber ich kann mich täuschen. Besonders heute. (Auf die Dauer kann der Konjunktiv gekünzelt wirken, besonders wenn er vom Imperfekt nur durch den Kontext unterscheidbar ist.)

@ Wul

Dir auch eine gute Nacht!

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#12
:idea:
Ah, OK! Das "was" ist natürlich sehr entscheidend. Ich finde deinen Einwand berechtigt.
Dennoch denke ich, dass man es auch im Indikativ schreiben kann:

"Was geschieht, wenn wir am Ende unserer altvertrauten Lieder in der Sinfonie der Erde Frieden finden?"
Damit drückt der Sprecher eine gewisse selbst zugesprochene Plausibilität des Gedankens aus und ich denke, das ist auch der Kniff an der Sache. Denn solche Wendungen wie "Sinfonie der Erde" wirken ja schon an sich irreal. Demgegenüber steht aber die Selbstverständlichkeit, mit der das LI über diese Dinge spricht. Das Eingehen einer im Individuum verhafteten Seele in die als sinnhaft und ganzheitlich empfundene Natur nach dem Tod ist für das LI keine Spekulation und so stellt sich für das LI nur die Frage: Was passiert, wenn es so weit ist? Wird dies bewusst erlebt oder weicht das Bewusstsein anderen (wichtigeren?) Aufgaben. So zumindest verstehe ich die Passage für mich. :)
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#13
Hm... erst einmal wow, dankeschön Plutino, Schmuddi, euch Beiden für das intensive Auseinandersetzen mit meinem Gedicht. Ich werde morgen mal die Antworten und mein Gedicht ein bisschen näher studieren und ausführlicher antworten.

Oh, jetzt habe ich die eigentliche Autorin ganz außer Acht gelassen vor lauter Grammatik-Leidenschaft. :buff:
Aber mir war so, als hätte ich das (mit dem Foto) schon mal kommentiert. Oder nicht? Kann hier aber keinen Kommentar mehr von mir finden. :?
Vielleicht bin ich auch einfach nur verwirrt. :crazy:

Jedenfalls gefällt mir sowohl das Gedicht, als auch das Foto, auch wenn ich ebenso finde, dass der Text auf dem Foto nicht so gut zu lesen ist (es geht aber noch; die Gefahr ist hoch, dass ich es schlechter machen würde).

LG
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#14
@ WUI

Sag mal bitte, ob du Photoshop installiert hast. Mit Gimp ist es etwas schwieriger, einen ›Schein nach außen‹ zu erzeugen. In Photoshop hast du mehr Kontrolle. Da kannst du z. B. einfach den Ebeneneffekt ›Schein nach außen‹ auf die Textebene anwenden und für den Schein einen Farbverlauf angeben, z. B. einen Verlauf von der Farbe, die die dunkelste Stelle im oberen Bereich des Himmels hat, bis zu transparent. Die Schrift ist nur im unteren Bereich des Bildes nicht optimal lesbar. D. h. nachdem du den Ebeneneffekt angewandt hast, kannst du den Ebenstil, also den Effekt, auch rastern, eine rechteckige Auswahl anlegen, die unten eine weiche Kante hat und den oberen Teil des Scheins nach außen löschen. Du kannst in Photoshop die Farbfüllmethode (normal, ineinander kopieren, sättigen u. s.w.), die Größe des Scheins, die Deckkraft, den Grad der Überfüllung u. s. w. angeben. Mit Gimp geht das zwar auch alles, aber umständlicher.

Wenn du das Bild hochlädst, der Font Freeware ist und du mir sagst, wie er heißt und wo er erhältlich ist, mache ich den Text lesbarer. (Praktischerweise lassen sich Arbeitsschritte in Photoshop auch als Aktion aufzeichnen.)

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#16
Eventuell lohnt es sich, sich direkt mit Gimp zu beschäftigen. Gimp ist OpenSource, also kostenlos. Außerdem wird in Gimp über kurz oder lang HarfBuzz integriert werden. Damit werden alle OpenType-Features der Fonts erreichbar sein. Deswegen kann ich dir/euch für Textverarbeitung auch LibreOffice Writer wärmstens empfehlen. Bezüglich der Erreichbarkeit der Features ist das Programm MS Word haushoch überlegen. Du kannst z. B. mit einigen der kostenlosen Schreibmaschinen-Fonts von Peter Wiegel (Catfonts) Schreibmaschineneffekte simulieren, also die nicht konstante Kraft, mit der die Tasten einer rein mechanischen Schreibmaschine angeschlagen werden. D. h. jeder Buchstabe liegt in mehreren Varianten vor. Und die Features sorgen dafür, dass sich die Varianten abwechseln. Das wirkt sehr natürlich. Es gibt einige kostenlose Fonts, die wirklich gut sind. Und ich finde, dass zu moderner Lyrik eine Schreibmaschine wunderbar passt, auch wenn Schreibmaschinen technisch überholt sind.

Technisch wäre es sogar machbar, jene Schrift in eine Webseite einzubetten. Aber da die Fonts wegen der vielen Zeichen recht groß sind, würde das deutlich mehr Traffic erzeugen. Ich finde jedenfalls, dass sich Lyrik geradezu dafür anbietet, mit Schrift zu experimentieren, weil der Aufwand vergleichsweise gering ist. Lyrik lässt sich auch gut mit Ascii-Art verbinden oder Kalligraphie. Die Frage, die man sich stellen muss, ist nur, ob man will, dass ein Gedicht über die reine Sprache hinausgeht, denn natürlich wirken sich Bilder oder Schriften mit starker Anmutung auch auf das Verständnis des Textes aus.

Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#17
Hallo Plutino,
Du kannst z. B. mit einigen der kostenlosen Schreibmaschinen-Fonts von Peter Wiegel (Catfonts) Schreibmaschineneffekte simulieren, also die nicht konstante Kraft, mit der die Tasten einer rein mechanischen Schreibmaschine angeschlagen werden. D. h. jeder Buchstabe liegt in mehreren Varianten vor. Und die Features sorgen dafür, dass sich die Varianten abwechseln. Das wirkt sehr natürlich.
Das klingt traumhaft. :D Ich glaub ich muss mir das am Wochenende mal ansehen. :-) Danke für deine Tipps.
Irregute Nachtgrüße
WuI
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Re: Lyrik auf eigenen Fotos

#18
Schau mal hier. Da kannst du die Schreibmaschinen-Schriften (Erikas Farbband und Erikas Büro) online testen, also z. B. eines deiner Gedichte eingeben. Aus dem Text geht auch hervor, was OpenType-Layout-Features eigentlich sind. Meiner Erfahrung nach wissen das die wenigsten Leute, obwohl auch einige der Systemschriften über einige Layout-Features verfügen.
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