Die Sendung mit der Maus

#1
Folge 1: Babyfarm

Jeremy aus Bottrop möchte wissen: "Wo kommen eigentlich die Babys her?" Klasse Frage, haben wir gedacht und haben uns auf den Weg gemacht zu einer Babyfarm.

Das ist Frau Paschulke. Sie ist eine sogenannte Kindergärtnerin. Und sie ist da, damit die Babys auch gut wachsen und entscheidet, wann sie reif sind für die Ernte. Das ist die Babyfarm und hier werden die Babys angebaut. In dieser großen Röhre. Da kann man nicht reinschauen - sieht man gar nichts.

Aaaber wie muss man sich das jetzt vorstellen? Wir haben das mal nachgestellt mit einer Schüssel Müsli. In der Röhre ist auch so was wie Müsli - die sogenannte Nährsuppe, haben uns die Kindergärtner erzählt. Und da passiert im Prinzip genau das Gleiche, wie wenn man die Müslischüssel ein paar Tage draußen auf dem Küchentisch stehen lässt.

Jetzt seht ihr, wie da so was Grün-Blaues in der Schüssel wächst. Das passiert in Wirklichkeit viel langsamer. Unsere Kamera kann das aber schneller machen. Und das, was da wächst, ist ein Pilz - ein Lebewesen, wie Tiere und Menschen auch. Und wenn man die richtige Nährsuppe hat und den Pilz in Form schneidet - das macht in der großen Röhre eine Maschine - entsteht daraus ein kleiner Mensch - ein Baby.

Und wenn Frau Paschulke meint, dass das Baby jetzt groß genug ist, drückt sie auf diesen Knopf und da kullert das Baby raus auf dieses Fließband. Da sieht man es. Zack! Und das nächste Baby. Zack! Da fährt das Baby durch diese Maschine. Die überprüft, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist, ob da z.B. nicht noch irgendwas übersteht. Das wird dann weggeschnitten. Und hier werden die Babys abgepackt und in die ganze Welt verschickt.

Und warum die Polizei manchmal eine Babyfarm sprengt, erzähle ich euch nach der nächsten Maus.
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Die Sendung mit der Maus

#2
Bitterböser, tiefschwarzer Humor für erwachsene Kinder. Mit den Bonbons der Wahrheit gespickt. Ich mag es und meine: Gelungen!
Bleibt noch zu erwähnen, dass ich oft vorlese - mit vielen Kindern um mich herum. Die Vorstellung, dass ich dieses hier … lässt mich zum Einen grienen, zum Anderen furchtbar erschrecken. Nichts desto trotz: Gelungen!
Erschrocken grienende Sonntagsgrüße von der Jule

Re: Die Sendung mit der Maus

#3
Vielen Dank, liebe Jule. :)

Ich muss zugeben: auch ich als Autor habe es mit Spaß an der Sache und mit deutlichem Schrecken geschrieben. Das sind die besten schriftstellerischen Momente, wenn man über seine eigenen Gedanken schockiert ist.

Danke auch, dass du die Bonbons der Wahrheit gefunden hast. Und du liest häufiger Kindern was vor? Das ist eine Kunst für sich. Ich bewundere es immer sehr, wenn man eine Geschichte in einem kinderfreundlichen Ton, mit den richtigen Betonungen an den jeweiligen Stellen vorlesen kann. Hoffe, dass du nicht in Versuchung gerätst, diesen Text auch vorzulesen. ;)

LG
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Die Sendung mit der Maus

#4
Folge 2: Wie werden die Gummibärchen gemacht?

Emily hat uns gefragt, wie eigentlich die Gummibärchen gemacht werden. Das haben wir uns auch gefragt und wollten der Sache mal nachgehen.

Dazu sind wir nach Bremen gefahren. Da gibt es eine große Gummibärchenfabrik. Und das Erste, was man sieht, wenn man in die Fabrik reinkommt, sind ganz viele Käfige mit Bären drin.

Und was das Besondere an diesen Bären ist, das zeigt uns Frau Schulz mit dem Ultraschall-Gerät. Mit diesem Griff, der so ein bisschen, wie eine Fernbedienung aussieht, streift sie über den Bauch der Bärin und was in dem Bauch ist, das sieht man hier auf diesem Monitor. Wenn man genau hinsieht, erkennt man drei ganz, ganz kleine Babybären - Embryos nennt man die.

So ein Embryo sieht schon so ein bisschen aus wie ein Bär, aber noch nicht ganz. Z.B. hat er noch kein Fell und er ist durchsichtig und ganz weich. Sieht eigentlich ein bisschen aus wie ein Gummibärchen. Aaaber bis aus dem Bärenembryo ein richtiges Gummibärchen wird, gibt es in der Fabrik noch eine Menge zu tun.

Als erstes muss der Embryo ja aus dem großen Bär raus. Dazu kriegt Mama-Bär so eine Spritze. Keine Angst! Das tut dem Bär nicht weh. Piekt nur ein bisschen. Das kennt ihr sicher auch vom Arzt. Und wenn der Bär das nächste Mal auf die Toilette muss, kommen die ganzen Babybären raus. Da sieht man sie. Schön weich und durchsichtig.

Aaaber so ganz fertig sind sie noch nicht. Das merkt Christoph, wenn er hier einen probiert. "Igitt!", macht Christoph, der schmeckt ja gar nicht. Schmeckt ziemlich salzig. Gummibärchen sollen ja süß schmecken. Also kommen sie erstmal aufs Fließband und dann in diesen großen Behälter mit Zuckerwasser. Darin müssen sie einen Tag lagern, bis sie schön süß sind. Jetzt kann man sie eigentlich schon essen. Schmeckt jetzt auch Christoph. Hmm - lecker!

Etwas fehlt aber noch. Habt ihr bestimmt schon gemerkt. Die sind ja gar nicht bunt. Also nochmal aufs Fließband und durch diese Maschine, wo sie mit Farbe besprüht werden. Dann weiter zu dieser Maschine. Da werden sie abgepackt. Und dann landen sie im Laden.

Hat also eine ganz schöne Reise hinter sich, das Gummibärchen - aus dem Bauch von Mama-Bär in euren Bauch.
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Die Sendung mit der Maus

#5
Liebstes Schmuddelkind,
der Kasper hockt mir heute wieder auf der Schulter und wie ich Deinem Nick entnehme, darf ich Dir ganz bestimmt meine merkwürdigen Gedanken zum Thema mitteilen, es sieht hier ja keiner. :lol:
Aaaalso: mich erheitert die Vorstellung sehr, dass Gummibärchen aus dem gemacht werden, was dem Bären ins Klo plumpst. Und mich reizt die Vorstellung, auch den Kindern etwas vom Schmuddelkind vorzulesen. Vielleicht nicht gerade in der Schulbibliothek, das würde meinen Ruf ruinieren, aber ich hätte da die eine oder andere Idee … schmunzel …
Dazu ist mir Dein Gummibärchen-Extrakt noch nicht schlimmlustig genug. Guck mal, so ein Bär frisst gern süße Früchte, und da kann ihm sicher auch der Gummifluss eines Baumes versehentlich in den Mund geraten. (Hier wäre die Allgemeinbildung angesprochen, etwa so: Woraus wird Gummi hergestellt?) Einmal im Bärenmaul, muss das Ganze ja nun einmal in den Magen rutschen.
Fehlt noch die Süße: die bekommen wir vom Honig. Jetzt kämen wir zur Nachhaltigkeit: So ein feines Gemisch kann man doch nicht umkommen lassen! Ergo … nuja, hier darf Deine Phantasie walten :lol: , das Ganze tun wir dann in eine Maschine, die es bunt macht und bestreuselt. Der Weihnachtsmann kann das leckere Produkt in Tütchen verpacken: und ab geht die Post! Oder so ähnlich …
:hihi:

Re: Die Sendung mit der Maus

#6
Liebe Jule,

wie ich Deinem Nick entnehme, darf ich Dir ganz bestimmt meine merkwürdigen Gedanken zum Thema mitteilen, es sieht hier ja keiner.

Merkwürdige Gedanken sind mir die liebsten. ;)

Und mich reizt die Vorstellung, auch den Kindern etwas vom Schmuddelkind vorzulesen.

Grundgütiger! :shock:
Das finde selbst ich merkwürdig. :lol:

Dazu ist mir Dein Gummibärchen-Extrakt noch nicht schlimmlustig genug. Guck mal, so ein Bär frisst gern süße Früchte, und da kann ihm sicher auch der Gummifluss eines Baumes versehentlich in den Mund geraten. (Hier wäre die Allgemeinbildung angesprochen, etwa so: Woraus wird Gummi hergestellt?)

Das hätte ja dann schon einen pädagogischen Anspruch. :o
Nee, Pädagogik ist nichts für mich. Bin schließlich Lehrer. :mrgreen:

Nee, ich finde die Idee, dass die Bären zur Abtreibung gezwungen werden, schmuddelig genug. Aber danke für die Anregungen. :)

LG
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.
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