Körpersprache

#1
"Farben und Formen sind in der Kunst überflüssig", mutmaßte der blinde Kunsthistoriker. "Das bezweifele ich", entgegnete der atheistische Theologie-Professor. Daraufhin starrten beide einander an. Zwar konnte der Blinde seinen Gegenüber nicht sehen, doch er wusste um die Wirkung eines intensiven Blicks. Dem Theologen indes war klar, dass seine Blicke ins Leere liefen, doch er durfte diesen Kampf nicht verlieren. Die Spannung des gesamten Raumes zog in seine Muskeln ein, steigerte sich ins Unendliche, bis sie nicht mehr gehalten werden konnte und sich wie ein Blitz in einem kurzen Zittern seiner Hände entlud.

Dies bemerkte der Kunsthistoriker an den Vibrationen des Tisches, die sich zu seinen Händen hin ausbreiteten. Reflexhaft riss er den Unterarm hoch, was dem Theologen Anlass gab zu vermuten, sein Kontrahent hole nun endlich zum Schlag aus. Also hob er seine Hände zum Schutz vor sein Gesicht. Der Andere wiederum hörte die Reibung seines Hemdes und erwartete einen Schlag. Um diesem zu entkommen, griff er zur Sitzfläche im Bemühen, den Stuhl unter seinem Gesäß wegzuziehen. Dies deutete sein Widersacher als Griff zur Pistole. Seinerseits zückte er dann so schnell wie möglich seine Waffe und erschoss den Blinden.

Wir haben mehr als Worte, um aneinander vorbeizureden.
Zuletzt geändert von Schmuddelkind am 06 Jun 2019, 21:50, insgesamt 1-mal geändert.
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.

Re: Körpersprache

#3
Hallo WuI! :D

Das nenne ich mal nen "Worst case" an Missverständnissen

Ja, so kann es gehen. Apropos Missverständnisse, die ganz schnell eskalieren könnten:

Achmuddi

Waaas?! :o :evil:
:lol:

LG
Symbole sind wahrhaftiger als Beschreibungen; denn sie transzendieren über das Erlebbare hinaus.
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