König Bleich

#1
Es lebte mal in einem Teich
ein kleiner Frosch, der war ganz bleich,
mit dem wollt niemand quaken.
Denn wer ihn sah, der rief „Oh weh,
du bist ja weiß wie neuer Schnee,
wie ein Gespensterlaken.“

Der Frosch war noch nicht lange da,
es brachte ihn einst die Mama
als Froschlaich her zum Wachsen.
Als Kaulquappe da war er braun
und gar nicht hässlich anzuschaun,
doch jetzt, mit weißen Haxen?

So hockt er stumm und ist betrübt,
hat‘s Quaken lang nicht mehr geübt,
er hat es fast vergessen.
Dem fernen Mond klagt er sein Leid:
„Kein andrer Frosch hat für mich Zeit,
soll doch der Storch mich fressen!“

Doch eines Nachts bei Vollmondschein,
da stellte sich ein Wunder ein.
„Wie schön!“ die Frösche raunten.
Der kleine Frosch wurd silberhell,
die andren Tiere kamen schnell
und alle, alle staunten.

Seitdem ist er beliebt im Teich
und alle feiern König Bleich
mit Liedern und Gebimmel.
Des Nachts, da sitzt er gern allein
auf einem Blatt im Mondenschein
und dankt dem Mond am Himmel.

Re: König Bleich

#3
Heyho Nöck,

irgendwie - nun ja es liegt ja auch nicht ganz so fern - irgendwie musste ich, nachdem ich dein feines Gedicht gelesen hatte, an Rudolph das Rotnasenrentier denken.

Und dann, weil ich schöne Gedichte auch gerne mal teile, kam eine ebenfalls naheliegende zweite Assoziation dazu. Nämlich das hässliche Entlein.

Nun sehe ich dir drei vor meinem geistigen Auge, wie sie gemeinsam am Lagerfeuer sitzen und sich gegenseitig mit Geschichten aus ihrer verkorksten Jugend übertreffen. Bis - ja bis sie plötzlich alle zugleich lachend aufspringen, ihre Humpen nach Art der drei Musketiere über den Flammen zusammenhauen, und sich überschwänglich dafür feiern, was letztendlich aus ihnen geworden ist.

Ente gut – Übermut


Danke für dein Gedicht. Es war der Zündfunke für die schönen Bilder in meinem Kopf.

Liebe Grüße

Gaukel
Antworten

Zurück zu „Kindergedichte und Geschichten“